mehr als wohnen, Zürich , 2009–2015, 1.  Preis

  • Gemeinschaftsraum Haus A © Walter Mair

  • Wohnküche Haus A © Walter Mair

  • Zugang zur Clusterwohnung Haus A © Walter Mair

  • Wohnraum Haus M © Walter Mair

  • Essbereich Haus M © Walter Mair

Auf dem Zürcher Hunzikerareal werden insgesamt 450 Wohnungen, Läden, Restaurants, Arbeits- und Künstlerateliers, Kinderkrippen und eine Gästepension entwickelt. Unsere Vision ist, statt einer Siedlung ein Stück Stadt zu schaffen. Wo Plätze, Gassen und Grünflächen die Qualitäten des öffentlichen Raums bestimmen, braucht es städtische Dichte. Eine spannungsreiche Sequenz der Aussenräume sowie publikumsorientierte Nutzungen im Erdgeschoss beleben das Quartier. Neben dem reichen Angebot an gemeinschaftlich genutzten Räumen werden auch individuelle Rückzugsräume immer wichtiger. Die Besonderheit dieses Projekts liegt genau in diesem Spannungsfeld: Geborgenheit und Privatsphäre auf der einen Seite und dem vielfältigen Angebot, an der Gemeinschaft teilzunehmen, auf der anderen Seite. Auf der städtebaulichen Ebene ist es das Spiel zwischen Bebauung und Freiraumelementen wie Wegen und Plätzen, das Pendant in den Wohnungen ist das Miteinander von Gemeinschaftsräumen und privaten Bereichen.

Siedlung Buchegg, Zürich , Seit 2011, 1.  Preis

  • Küche © Seraina Wirz

  • © Seraina Wirz

Die Baugenossenschaft Waidberg entschied 2010 die bestehend Siedlung aus den 1930er Jahren abzureissen und mittels Konkurrenzverfahren einen Ersatzneubau zu realisieren. Der topografische Sattel Milchbuck - Bucheggplatz ist ein hochwertiges Wohngebiet mit homogener Bebauungsstruktur, das aber durch eine Hauptverkehrsachse unterteilt wird. Mit minimalem Fussabdruck besetzen drei Winkelgebäude den Perimeter. Die Gebäude begleiten die Strassenräume entlang der Hofwiesenstrasse, Rötelstrasse und Seminarstrasse; es entstehen ortstypische Gebäudelängen. Gleichzeitig bilden die Häuser ein markantes Gesicht zum Bucheggplatz. Durch das Abrücken von der Baulinie fokussiert der Kopfbau auf das Zentrum des Bucheggplatzes und kräftigt dessen Präsenz bereits im heutigen Zustand. Die Lärmbelastung des Baufeldes wird zum Entwurfsgenerator. Zum lauten Äusseren wird die Abwicklung minimiert und eine urbane Strassenfassade entwickelt. Öffentlichere Räume wie Küchen, überhohe Esszimmer und Treppenhäuser beleben die Strassenfluchten und bilden einen harten «Rücken», der die privaten Wohnbereiche schützt. Der Grundriss wird dabei so verdreht, dass frontale Einblicke in die gegenüberliegenden Wohnungen vermieden werden und ein Gefühl von Weite entsteht. Richtung Süden öffnen sich die Wohnungen vor einer grossen, zusammenhängenden und vom Strassenlärm isolierten Freifläche zur Weite der Stadt.

Glasi Quartier, Bülach , Seit 2013, 1.  Preis

  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier

    Quelle: builtbygodslongforgotten.blogspot.com

  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier
  • Glasi Quartier

Auf dem 42’000 m2 grossen Areal einer ehemaligen Glashütte in Bülach Nord werden im Zeitraum von 2018-2022 für etwa 1’700 Bewohner 550 neue Wohnungen entstehen, dazu kommen 27’000 m2 Gewerbefläche. Insgesamt sind es 20 überwiegend 6-geschossige Häuser, darunter ein Hotel, eine Altersresidenz, ein Wohnhochhaus, ein Gewerbebau und ein Geschäftshaus mit Büros. Die hohe städtebauliche Dichte verlangt nach besonderen architektonischen Massnahmen. Im Zentrum des Gesamtentwurfs steht daher die sorgfältige Ausgestaltung der urbanen Freiräume. Als Kontaktstelle zwischen den Bauten werden sie den nachbarschaftlichen Zusammenhalt bestimmen. Das städtebauliche Konzept beruht auf einem System aus strahlenförmigen Strassen, die wie bei einem Linolschnitt aus der Gebäudemasse herausgeschnitten sind. An verschiedenen Kreuzungspunkten entstehen Plätze, deren Charakter massgeblich durch die Erdgeschossnutzung bestimmt wird. Ein lebendiges und intaktes Quartier basiert auf der Balance von Vielfalt und Einheit. Sein unverwechselbares städtebauliches Muster, der «Urban Fingerprint», verschafft dem Glasi Quartier eine wiedererkennbare Identität. Gleichzeitig bietet er einen stabilen Rahmen für Diversität. Die Besonderheit des architektonischen Entwurfs liegt darin, dass sich die einzelnen Gebäude dem Leitmotiv der Gesamtidee unterordnen, gleichzeitig in ihrem individuellen Ausdruck aber charakteristische Eigenheiten entwickeln. Ein breites Spektrum an Wohntypologien öffnet das Glasi Quartier für verschiedene Nutzergruppen - für Junge und Ältere, für Paare, Singles und Familien. Aber auch Sonderformen werden angeboten, zB. für das Wohnen im Alter oder das Zusammenleben von Patchwork Familien in Gross-WGs. Daneben ist ein substantieller Anteil gewerblicher Nutzung geplant. Wohnen und Arbeiten finden hier in unmittelbarer Nachbarschaft statt und gewährleisten eine gesunde Durchmischung von unterschiedlichen Nutzungen.

Walo, Zürich , Seit 2015, 1. Preis

Der skulpturale Baukörper enthält verschiedene Grundrisstypologien für den urbanen Bewohner von heute. Die Studios teilen sich einen gemeinsamen Patio. Die 2 ½, 3 ½ und 4 ½ Wohnungen weisen reizvolle Sichtbezüge quer durch die Wohnungen auf. Die Badezimmer an der Fassade laden zum Entspannen ein. Durch den Einbezug der Erker sind alle Wohnungen über Eck organisiert und profitieren von einer zweiseitigen Ausrichtung. Die Fassadenflächen des prägnanten Gebäudekörpers werden durch eine horizontale Teilung gegliedert, welche eine klare Ausbildung von Sockelbereich, Regelgeschossen und den Attikageschosse erkennen lässt. Durch die grosszügige Erdgeschossverglasung öffnet sich das Gebäude zu den umgebenden Strassenräumen und schafft beste Voraussetzungen für öffentlichkeitsnahe Nutzungen. Unterschiedlich hohe Brüstungsbänder aus geschliffenem, Terrazzo ähnlichem Kunststein, Fensterrahmen mit eloxierten Metallpaneelen und feine Geländer aus Metall überziehen als geflochtene Hülle den Baukörper und verleihen der Fassade einen hochwertigen, fast textilen Ausdruck. Durch die räumliche Tiefe der Fassade und die feine Detaillierung wirkt das kräftige Gebäudevolumen dennoch elegant und leicht und fügt sich angemessen in den Stadtraum ein.

Das neue Gartenfeld, Berlin , 2017

Das städtebauliche Regelwerk von Duplex Architekten in ARGE mit Bartscher Architekten wird zur Umsetzung empfohlen. Basis des Entwurfs ist das Prinzip der Heterogenität. Aufbauend auf der Vielfalt von Bauträgern, Autoren und stadträumlichen Situationen suchen wir nach einem gemeinsamen Nenner, der das Ganze zu einer gestalterischen Einheit verindet: Diversité dans l’Unité! Betrachtet wird nicht nur der Block oder Baukörper, sondern der urbane Zwischenraum, also Straßen, Gassen und Plätze. Baufeldübergreifend gelten individuelle Gestaltungsregeln für diese «Bänder». So können ihre spezifischen Eigenheiten gestärkt werden. Vorgegeben wird, dass alle Gebäude mit ihrem architektonischen Ausdruck einen Bezug zur industriellen Vergangenheit des Areals aufnehmen. Die gestalterischen Mittel sind frei und können aus ganz unterschiedlichen Themen abgeleitet werden, z.B. aus der Materialität, der Volumetrie, Konstruktion, der Physiognomie oder dem Farbkanon. Jedes Baufeld muss einen Beitrag an die Nachbarschaft leisten, wie z.B.: KiTa, Pflanzgarten, Werkstätten.

Zukunft Wohnen, Köln , Seit 2015, 1. Preis

In einem von der Stadt Köln ausgeschriebenen Werkstattverfahren wurden Ideen zur städtischen Nachverdichtung und zu neuen Wohnkonzepten gesucht. Für unser Projekt im lebendigen Stadtteil Köln-Sülz setzen wir auf vier grundlegende Themenfelder der innerstädtischen Nachverdichtung:

Adäquate Verdichtung. Sanfte Erhöhung um ein Vollgeschoss und Verdichtung im Innern des Blockrandes. Anstelle einer GFZ und Attikaregelung wird eine dreidimensionale Mantellinie definiert, welche das maximale Gebäudevolumen bestimmt.

Belebung des Stadtraums. Für das übergeordnete Zusammenspiel der Blockrandes und der gemeinsamen Maßstäblichkeit ist im Ausdruck auf eine dreiteilige Gebäudestruktur zu achten. Rhythmisierung der Straßenfluchten durch differenziertes Öffnungsverhalten, Materialisierung oder Farbgebung nach dem Prinzip: same same but different. Die Zuweisung der öffentlichen Nutzungen an der Kreuzung und im Werkhof ist für den Charakter der städtebaulichen Orte massgebend und deshalb verbindlich.

Aktivierung der Hofräume. Belebung der Innenhöfe durch differenzierte Außenräume wie Familiengarten und Werkhof. Nutzer- und standortgerechte Aneignung durch Selbstorganisation und Partizipation für hohe Bewohneridentifikation, langfristige Wohnverhältnisse, geringe Fluktuation, solide nachbarschaftliche Integration. Identifizierbare Adressen der Hinterhäuser und Gewerbeflächen durch markante Hofeinfahrten.

Bedarfsorientierte Themenhäuser. Schaffung neuartiger, innovativer und bedarfsorientierter, nicht nur standardisierter Wohnmodelle, als zeitgemäße Antwort auf gesellschaftliche Entwicklungen (Familienwohnen, Seniorenwohnen, Clusterwohnen, vermietbare Zusatzzimmer, Stöckli); Integration und Inklusion von Bedarfsgruppen wie Alleinerziehenden, Senioren, usw.

Studierendenhaus, Basel , Seit 2013, 1.  Preis

Im Nordosten von Basel entsteht auf dem ehemals als Güterbahnhof genutzten Areal das Erlenmattquartier, ein lebhafter Stadtteil mit hoher Wohnqualität für alle Bevölkerungsschichten. Ein vielfältiges Neben- und Miteinander von Lebensformen und Nachbarschaften, ergänzt mit öffentlichen, sozialen und gewerblichen Nutzungen. Die Gebäude und Anlagen auf dem Gelände werden ressourcenschonend geplant, gebaut, betrieben und erneuert.

Der Neubau grenzt südlich an das 1912 vom Architekten Rudolf Sandreuter erstellte Silogebäude an und reiht sich in die Perlenkette entlang der Signalstrasse ein. Basierend auf dem im Jahre 2013 entschiedenen Studienauftrag entsteht hier ein Studierendenhaus für 99 Bewohner mit Gewerbenutzung im Erdgeschoss. Das Haus wird durch den Verein für Studentisches Wohnen (WoVe) betrieben, welcher Studierenden zweckmässige und preisgünstige Unterkünfte verschafft. Die Studierenden sollen zukünftig in 16 Wohngemeinschaften mit 4 bis 7 Bewohnern leben. Zusätzlich werden 3 separat erschlossene 1,5-Zimmer-Galeriewohnungen angeboten.

Die Wohnungen gruppieren sich in zwei Gebäudeflügeln um das gemeinsame Herz der Anlage, einen halböffentlichen Innenhof im ersten Obergeschoss. Dieser ist von einem öffentlichen Durchgang quer durch das Gebäude über eine Treppenanlage erreichbar. Der Innenhof ist 7.80 m breit, über 50 m lang und oben offen. Zu den Wohnungen gelangt man über eine offene Treppe, Laubengänge und Brücken, die den Hof überspannen. Vor den Wohnungseingängen und Wohnküchen wird die Erschliessungsfläche zur Aufenthaltsfläche ausgeweitet. Die Nutzung dieser Freiflächen belebt den Hof und macht ihn zum Ort der Begegnung und Kommunikation.

Limmatfeld, Dietikon , Seit 2013, 1.  Preis

  • 4.5 Zimmer Budget-Wohnung, 84.0 m²

  • 4.5 Zimmer Budget-Wohnung, 84.0 m²

  • 4.5 Zimmer Budget-Wohnung, 84.0 m²

  • 4.5 Zimmer Budget-Wohnung, 84.0 m²

Das Regelwerk des Masterplans definiert starke, traditionelle städtebauliche Bezüge, während die vorgesehenen Nutzungen eher nach Identität und Eigenständigkeit verlangen. Elf halböffentliche Höfe und markante Strassen durchdringen das Limmatfeld, gleichzeitig muss das Bedürfnis der Bewohner nach individuellen Rückzugsräumen berücksichtigt werden. Das Projekt reagiert auf diese Ausgangslage, indem die fünf Baukörper der Genossenschaft BEP um einen maximal grossen gemeinsamen Wohnhof aufgespannt werden. Ohne harten Bruch wird dem öffentlichen «Aussen» ein halböffentliches «Innen» gegenübergestellt.

Wohnquartier Roselius-Allee, Bremen , Seit 2016, 1. Preis

Das Hauptziel des Entwurfs ist es, dem gesamten Areal eine identitätsstiftende räumliche Mitte zu geben. Wir entwickeln einen zentralen Platz, der leicht asymmetrisch in der Nord-Süd-Achse des Grundstücks liegt. Elf langgestreckte, zwei- bis dreigeschossige Satteldach- häuser liegen mit Südausrichtung aller insgesamt 105 Wohneinheiten stirnseitig an diesem Platz. Sie bilden aufgrund ihrer vielfältigen Giebelseiten eine lebendige und vielfältige Platzfassade.

Mit seiner klar gestalteten grünen Mitte bietet dieses Zentrum Spiel- und Aufenthaltsgelegenheiten für alle Bewohner. Die asymmetrische Anordnung vom Platz in der Gesamtanlage erlaubt sowohl eine optimale Anbindung an die südliche Quartierszufahrt als auch eine spätere Erschließung des nördlichen oder nordöstlichen Areals.

Dosteba, Bachenbülach , 2007–2014

Die Produktionshalle, in der Halbfabrikate für Wärmedämmsysteme hergestellt werden, wird erweitert. Das schnell gewachsene Unternehmen nutzt die Chance, das clusterartig zusammengewachsene Gebäude zu restrukturieren und die komplexen Material- und Personenflüsse neu zu ordnen. Der neue Bürotrakt ist gleichzeitig Überdachung der Anlieferungszone und verbindet intern das Galeriegeschoss der Produktion mit den Büro- und Personalräumen.

Ersatzneubau Lacheren, Schlieren , 2017, 1. Preis

Das Grundstück befindet sich im Gebiet Lacheren am nördlichen Rand der Stadt Schlieren. Das Quartier ist geprägt durch zwei- bis dreigeschossige Wohnbauten. Die beiden Ersatzneubauten für 35 Wohnungen integrieren sich in die vorgefunden Körnung des Quartiers und gliedern sich harmonisch in die bestehende nördliche Bebauung ein. Aufgrund der städtebaulichen Setzung hat fast jede Wohnung zwei Seiten mit maximal unterschiedlichem Charakter: einerseits der stark strukturierte, härtere Rücken zur Limmatstrasse, andererseits die ruhige Seite zum Hofraum. Das Raumgefüge löst sich mittels Wandscheiben geometrisch in freie Formen auf, während die Individualzimmer rechtwinklig und statisch bleiben. Der architektonische Ausdruck des Gebäudes manifestiert sich in der Dualität der Fassaden: Die Strassenfassade ist im Kompaktsystem mit durchlaufenden Bändern ausgeführt. Durch die leicht goldig schimmernden Glasstreifen entsteht ein subtiles Spiel mit klassischen Themen der horizontalen Fassadengliederung. Analog zu den horizontalen Elementen auf der Nordseite sind die vertikalen Gliederungselemente mit goldenem Flies hinterlegten Scheiben materialisiert. Diese dienen einerseits der solaren Energiegewinnung aber vor allem sind sie gestalterische Elemente, welche je Lichteinfall bei jeder Tages und Jahreszeit den Hof in andere Stimmungen versetzen.

Findling, Baden , 2011–2014, 1. Preis

Für ein Mehrfamilienhaus in Baden entwerfen wir innerhalb einer schmalen, dreieckigen Parzelle am Hang einen kubischen Solitär, der dem gebauten Kontext trotzt und sich im Hang verankert. Es gibt kein Treppenhaus, vielmehr sind drei Wohnungen derart gestapelt, dass sie jeweils einen eigenständigen Zugang erhalten. Jede Wohnung basiert auf einer kreuzförmigen Grundstruktur, diese wird jedoch individuell interpretiert: Im Erdgeschoss entsteht eine Familienwohnung mit grosser Wohnküche, Terrasse und Garten. Darüber befindet sich eine Loftwohnung mit herrlichem Ausblick in das Limmattal, und die Dachwohnung basiert auf einem Raum-zu-Raum-Prinzip mit privatem, innen liegendem Patio.

Züriwerk, Zürich , 2014–2015

  • © Johannes Marburg, Genf

  • © Johannes Marburg, Genf

  • © Johannes Marburg, Genf

Im Haus A des Gesamtprojektes «Mehr als Wohnen» realisieren wir im Erdgeschoss den Mieterausbau für die Stiftung Züriwerk. Das Atelier will künftig in fünf Werkräumen bis zu 28 Personen mit kognitiver und / oder mehrfacher Beeinträchtigung beschäftigen. Es bietet jenen, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht einer Arbeit im produktiven Sinn nachgehen können, die Möglichkeit, einer ihren Fähigkeiten entsprechenden Tätigkeit nachgehen und innerhalb des neu entstandenen Stadtstücks mitwirken zu können. Die markante, sich im Erdgeschoss abzeichnende Tragstruktur der darüberliegenden Wohnungen erwies sich als passendes Grundrisslayout für das Betriebs- und Betreuungskonzept der Stiftung Züriwerk. Die Anordnung der Ateliers und der verschiedenen Aufenthalts- und Pausenräume geben das Zusammenspiel der privaten Bereiche und der Gemeinschaftsräume in den Wohnungen wieder. Die Werkräume sind über Schiebetüren miteinander verbunden. Grosse Verglasungen fördern den visuellen Kontakt unter den Klienten und lassen die Bewohner des Hauses am Beschäftigungsbetrieb teilhaben.

Haus Emil, Bachenbülach , 2007–2010

  • © Bene Redmann

  • © Bene Redmann

  • © Bene Redmann

  • © Bene Redmann

  • © Johannes Marburg

  • © Johannes Marburg

  • © Johannes Marburg

Ein Einfamilienhaus am Hang wird durch maximale Dehnung in der Länge um eine Wohneinheit erweitert. Innen wie aussen bleiben Neu und Alt unterscheidbar, doch die Nahtstelle wird durch räumliche Übergriffe verwischt. Den Schwerpunkt der neuen Wohnung bildet der überhohe Wohnraum, der die bestehende Giebelfassade ins Innere holt. In Loos’scher Tradition wird eine Folge von Räumen mit unterschiedlichem Charakter in die einfache, ikonographische Gebäudevolumetrie eingepasst. Zwei verbindende Elemente halten Alt und Neu wie eine Klammer zusammen: Nordseitig klappt das Dach für ein durchlaufendes Fensterband auf, im Süden ist über die gesamte Gebäudelänge eine Loggia vorangestellt. Sie greift in die Semantik des Bestandes ein, das Vorhandene wird neu interpretiert. Konstruktiv ist der Anbau ein selbsttragender Holzbau. Die Wände und Decken sind in Elementbauweise im Werk gefertigt und in die Ortbetonhülle gestellt. Die Betonhülle gibt dem Gebäude seinen prägnanten Ausdruck. Seine steinerne Anmutung erhält der Beton durch die Beimischung von gebrochenem Jurakies und Weisszement. So entsteht ohne jegliche Farbpigmentierung ein heller, warmer und natürlicher Farbton. Neben den schalungsglatten Flächen werden Teile sandgestrahlt. Das subtile Spiel unterschiedlicher Oberflächenqualitäten lässt je nach Licht vertraute Motive Sockel oder «Gewände» erscheinen oder verschwinden.

Areal Möbelfabrik Rüttimann, Siebnen , 2018

Im Rahmen eines Studienauftrages werden Vorschläge für die Umnutzung des Areals der ehemaligen Möbelfabrik Rüttimann in Siebnen erarbeitet. Die auf dem Gebiet stehenden Bauten wurden zwischen 1880 und 1980 erbaut und stehen heute leer. Einige der Bauten und die Passerelle, die die Kantonsstrasse überquert, bilden heute ein Ensemble, das für den Ort einen hohen Identitätscharakter hat. Es wird hauptsächlich Wohnnutzung geplant, daneben ein kleinerer Anteil an Dienstleistung und Gewerbe.

Neues Quartier 'Verteilzentrale', Pratteln , 2017

Auf dem Areal des alten Coop-Verteilzentrums, direkt neben dem Bahnhof in Pratteln, soll ein attraktives und lebendiges Quartier entwickelt werden. Zum Programm gehören unterschiedliche Wohnnutzungen, Gewerbenutzung sowie eine neue Schulanlage. Es wurden 10 Teams zur Teilnahme am einstufigen Studienauftrag eingeladen.

ITU Headquarters Genf, Genf , 2017

Connecting the world begins with in-house communication - Der interne Austausch ist für eine Firma mit 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine grosse Herausforderung. Die Kernidee unseres Entwurfs ist ein zentraler, mehrgeschossiger Raum, der Orientierung, Verbindung und Blickkontakt zwischen den verschiedenen Abteilungen und Arbeitsplätzen ermöglicht. Ein breites Angebot an speziellen Räumen wie ein Klavierzimmer, eine Werkstatt, ein Gebetsraum, eine Fitnessraum oder die Aussenterrassen bieten unterschiedliche Begegnungsort und erzeugen Bewegung zwischen den Geschossen. Schlussendlich geht es darum, eine Arbeitsumgebung zu erzeugen, in der sowohl konzentriertes Arbeiten wie auch einfacher und entspannter Austausch von Know How aller Mitarbeitenden möglich ist.

Heidelberger Convention Center, Heidelberg , 2017, Ankauf

Mit diesem Gebäude soll im ehemaligen „Brachland“ hinter dem Bahnhof ein Begegnungszentrum von regionaler und internationaler Bedeutung und damit ein identitätsstiftender Mittelpunkt der neuen Bahnstadt entstehen. Mit seiner markanten Kubatur, die von dynamischer Linienführung geprägt ist, erhält das neue Konferenzzentrum Solitärcharakter und wird damit seiner Hauptrolle in der Bahnstadt gerecht. Typologisch setzt es einen städtebaulichen Kontrapunkt zu den Hochhäusern des Hotels am Bahnhofsvorplatz und der Schiller International University. Die überhohen Geschosse erzeugen eine eigene Maßstäblichkeit, wodurch sich das Gebäude von den umliegenden Wohn- und Bürohäusern seiner Funktion gerecht abhebt. Zum südlichen Bahnhofsplatz hin präsentiert sich das neue Konferenzzentrum einladend und offen. Durch einen markanten Rücksprung in der Gebäudekubatur wird ein repräsentativer Vorplatz vor dem Haupteingang geschaffen, der dank seiner klaren städtebaulichen Fassung den Bahnhofplatz über die Straße hinweg erweitert. Nach Westen hin bildet das Konferenzzentrum einen klaren Abschluss des Grünraumes Zollhofgarten.

Suurstoffi Zug, Rotkreuz , 2017

In unmittelbarer Nähe zum Zugersee, eingebettet in einen eindrucksvollen Landschaftsraum und gut erschlossen durch die räumliche Nähe zum Bahnhof Rotkreuz, liegt das fast fertigstellte Areal „Suurstoffi“. Für die beiden abschliessenden Gebäude des Quartiers schlagen wir zwei unterschiedlich grosse Baukörper innerhalb des Perimeters vor, die entlang Ihrer Längsache räumlich zueinander versetzt sind. Die volumetrische Ausbildung der beiden Gebäude unterscheidet sich genauso wie die Erscheinung ihrer Fassaden. Das längere Volumen der beiden nimmt die Flucht des nachbarschaftlichen Baukröpers auf und führt diese in gerader Linie entlang des Parkes fort. Diese einfache städtebauliche Setzung schafft einerseits eine klare, adäquate Front zum Park hin, die durch die signifikanten Einschnitte in den oberen Geschossen eine beeindruckende Erscheinung erhält, und schafft andererseits zur nördlichen Strasse hin einen angemessen Vorplatz, der einen konstruktiven Anknüpfungspunkt für eine mögliche weitere Arealentwicklung nach Norden hin darstellt.

Quartier am Moosrosenweg, Hamburg , 2017, Ankauf

Ziel unseres Entwurfes ist es, dem gesamten Areal eine räumliche Mitte zu geben. Der Moosrosenweg ist Rückgrat und identitätsstiftendes Zentrum im neuen Quartier. Wir schlagen ein verdichtetes, städtisch anmutendes Quartier mit klar definierten Straßen-, Platz- und Innenhofsituationen vor. Die Neubauten orientieren sich in ihrer Größe und Kubatur an den Blockstrukturen der Vorkriegszeit, suchen aber gleichzeitig den Dialog mit der vorhandenen Bebauung. So entsteht eine „atmende“ Blockstruktur, die durch den öffentlichen Zwischenraum geformt wird, sich zu den Rändern öffnet und sich mit dem Grünraum verzahnt. Es entsteht eine Abfolge von unterschiedlichen Platz- und Straßenräumen. Der Eingang ins Quartier wird von drei Kopfbauten flankiert, die lärmgeschützt in zweiter Reihe einen lebendigen Vorplatz mit öffentlichen Nutzungen und Gastronomie aufspannen.

Legler Areal, Diesbach, Glarus , 2017

Das Legler Areal ist ein Industrieensemble aus dem 19. Jahrhundert. Es liegt im Glarnerland in den Schweizer Alpen, eine gute Stunde von Zürich entfernt. Die industrielle Weberei wurde 1856 von Mathias Legler gegründet. Um 1910 kam eine moderne Spinnerei dazu, die bis bis in die sechziger Jahre in Betrieb war. Die Weberei hingegen wurde erst 2001 definitiv eingestellt. Seither stehen die Gebäude mehrheitlich leer. In dieser Studie untersuchen wir die Möglichkeit eines Co-Working Retreats auf dem Leglerareal. Die Vision ist, einen inspirierenden Ort in einem ruhigen und von Natur geprägten Umfeld zu schaffen, an dem moderne Arbeitsformen und zeitgemässe Erholung, sowie Austausch und Rückzug gleichermassen Raum finden. Das Legaler Areal soll der ideale Ort für digitale Nomaden, Künstler, Workshops und Retraiten von Firmen, Events und Feste, Yoga Retreats aber auch für Outdoor Liebhaber und Wochenendtouristen werden.

Together!, Weil am Rhein , Ausstellung 2017

  • © Vitra Design Museum, 2017, gestaltet von Something Fantastic, Berlin, Foto: Daniel Burchard

  • © Vitra Design Museum, 2017, gestaltet von Something Fantastic, Berlin, Foto: Daniel Burchard

  • © Vitra Design Museum, 2017, gestaltet von Something Fantastic, Berlin, Foto: Daniel Burchard

Wohnraum ist eine knappe Ressource – das wird in den letzten Jahren immer deutlicher. Die Immobilienpreise in den Metropolen steigen und klassische Konzepte des Wohnungsbaus können dem Bedarf nicht mehr gerecht werden. Diese Herausforderungen haben eine stille Revolution in der zeitgenössischen Architektur ausgelöst: das Bauen und Wohnen im Kollektiv. «Together! Die Neue Architektur der Gemeinschaft» ist die erste Ausstellung, die dieses Thema umfassend beleuchtet und räumlich erfahrbar macht. Anhand von Modellen, Filmen und Wohnungen im Maßstab 1:1 präsentiert sie eine Vielzahl von Beispielen aus Europa, Asien und den USA. Historische Vorläufer veranschaulichen zugleich die Geschichte der gemeinschaftlichen Architektur – von den Reformideen des 19. Jahrhunderts bis hin zur Hippie- und Hausbesetzerszene, die mit dem Slogan «Make love, not lofts» antrat.

Als eines der aktuellen gemeinschaftlichen Wohnprojekte wird «Mehr als Wohnen» diskutiert. Im Rahmen der Ausstellung ist auch unser Film «Mit den Augen der Anderen» zu sehen.

Rekrutierungszentrum Windisch, Kunz Spinnerei Windisch , 2017

Im Rahmen der Arealentwicklung der Kunz Spinnerei in Windisch wurde für das Rohn Gebäude, das bis anhin als Rekrutierungszentrum genutzt wurde, eine Nutzungsstudie für betreutes Wohnen durchgeführt. Das Gebäude wurde 1960 als letztes Gebäude des Spinnerei-Ensembles von Roland Rohn gebaut. Die neue Nutzung kann mit kleinen Eingriffen in die bestehende Struktur eingefügt werden. Entlang der Nord- und Westfassade haben 48 Zimmer Platz. Immer sechs Bewohner bilden eine Wohngruppe, der je ein eigener Gemeinschaftsraum zugeordnet wird. Neben dem Gruppenwohnen werden Teilbereiche für Beschäftigungsstätten, Personal und Verwaltung, Versorgung und allgemeine Räume geplant. Die Turnhalle im UG bleibt erhalten.

Stadteingang Slüterstrasse, Rostock , 2017

  • Slüterstrasse und Petritor um 1910 (Archiv H.-O. Möller)

Über Jahrhunderte prägte das Petritor die Stadtsilhouette der Rostocker Altstadt. Mit seinem Abriss wurde dieses stimmige Ensemble und damit ein Stück historischer Identität der Stadt zerstört. Um diese klaffende Lücke im gewachsenen Stadtgrundriss schließen zu können, hat der Bau eines neuen Stadttores die Aufgabe, mit einer zeitgemäßen Architektur das historische Gefüge aus Petrikirche, Stadtmauer und den sich am Hang staffelnden kleinteiligen Bürgerhäusern der Altstadt wiederherzustellen. Das Stadttor übernimmt erneut die Hauptrolle in dem wieder geschaffenen städtebaulichen Ensemble mit einer kräftigen Kubatur aus rötlichem Backstein, welche die Proportionen des alten Petritores aufnimmt. Wie schon in früheren Zeiten wird nur die Form des Daches variiert. Die geschlossene Backsteinhaut löst sich in einem filigranen Netz aus Backsteinpfeilern und Betonfertigteilstürzen entlang der Ostfassade auf. Diese einladende Geste prägt das unverwechselbare Gesicht des neuen Petritores am östlichen Stadteingang. Die weiten Durchgänge sowie die große Loggia im Obergeschoss sind Teil einer Fassadenkomposition aus differenzierten Öffnungen, die mit den Themen Geborgenheit und Transparenz spielt. Das Bürogebäude sowie die Wohnhäuser werden in Anlehnung an die Bürgerhäuser Rostocks als schlichte Putzbauten mit Lochfassade ausgeführt.

La construction du quotidien, Lausanne , Ausstellung 2017

  • © forum d’architectures

  • © forum d’architectures

  • © forum d’architectures

Die Ausstellung «la construction du quotidien – expériences coopératives» widmet sich dem Thema des genossenschaftlichen Wohnungsbaus. Diese – im deutschsprachigen Teil der Schweiz verbreitete – Praxis zeichnet sich oft durch bemerkenswerte Architektur aus und wird als «dritter Weg des Wohnungswesens» gefeiert. Die in der Ausstellung vorgestellte Auswahl an Schweizer genossenschaftlichen Neubauten soll als Grundlage für eine interdisziplinäre Diskussion zum besseren Verständnis der zeitgenössischen Lage von Zürich bis zum Genfersee dienen. Auch wir sind mit einem Beitrag zur Ausstellung «la construction du quotidien» in Lausanne vertreten.

World Habitat Awards, Winner 2017

  • © Johannes Marburg, Genf

Seit 1985 prämiert die «Building and Social Housing Foundation» jedes Jahr mit Unterstützung von «United Nations Human Settlements Programme» (UN-Habitat) weltweit je zwei Projekte, die innovative Antworten auf dringende Wohnbedürfnisse liefern.

Eine Auszeichnung wird im globalen Süden und eine im globalen Norden vergeben. «Mehr als wohnen» überzeugte die Jury als eines der grössten und ehrgeizigsten Genossenschaftsprojekte in Europa. Der Ansatz einer ganzheitlich interpretierten Nachhaltigkeit, der interdisziplinäre und partizipative Planungsansatz sowie die Schaffung von kostengünstigem, ökologischem und hochwertigem Wohnraum begründen die Auszeichnung.

Die Preisverleihung findet traditionell am World Habitat Day statt, der jährlich im Oktober von UN-Habitat organisiert wird.

Quartier Weissensee, Berlin , 2016, 2. Preis

Das neue Quartier Weissensee bildet eine ganz eigene, kleine und urbane Welt. Die Lage zwischen den beiden Friedhöfen und der aufgelockerten Wohnbebauung, sowie der Schule verlangt nach einem städtebaulichen Entwurf mit starken inneren Bezügen. Die präzise Setzung von acht ganz unterschiedlich großen Wohnhäusern erlaubt sowohl die Bildung einer identitätsstiftenden gemeinschaftlichen Mitte als auch eine differenzierte Bezugnahme auf die vorhandenen städtischen Strukturen.

Eingestreute, kleinere Strukturen und Pavillone ergänzen die stadträumliche Figur und brechen den Maßstab der, in ihrem Kontext neuen, urbanen Figur. Eine öffentliche Wegeverbindung quert die Parzelle. Mittels einer Folge platzähnlicher Situationen wird der gemeinschaftliche Raum gegliedert. Die neu angelegten Aussenbereiche verbinden sich mit dem bestehenden Grünraum und stärken somit den stark naturgeprägten Gesamtkontext. Auf dem Grundstück verzahnt sich die öffentliche Durchwegung mit den öffentlichen und privaten Grünräumen. Das Erdgeschoss wird als primäre gemeinschaftsstärkende Zone ausgebildet. Nicht nur verbindet sich der Aussenraum mit dem öffentlichen Wegenetz - auch die Häuser selbst greifen in die Freiraumsequenz ein.

Schweizweit, Basel , Ausstellung 2017

  • © S AM

  • © Tom Bisig

  • © Tom Bisig

  • © Duplex Architekten

  • © Tom Bisig

Die Ausstellung ist eine Momentaufnahme der aktuellen Architekturproduktion in der Schweiz. In Zusammenarbeit mit 162 Architekturbüros aus allen Landesteilen, darunter Duplex Architekten, hat das S AM einen visuellen Atlas der aktuellen Schweizer Baukultur erstellt. «Schweizweit: Recent Swiss Architecture» zeigt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Themen, Inhalten und formalen Strategien, die Schweizer Architekten heute beschäftigen. Begleitend zur Ausstellung erschien die gleichnamige Publikation.

Neue Standards, Berlin , Ausstellung 2016

  • Ausstellungseröffnung im DAZ, Berlin am 27. Oktober 2016 © schnepp • renou

  • Ausstellungseröffnung im DAZ, Berlin am 27. Oktober 2016 © schnepp • renou

  • Ausstellungseröffnung im DAZ, Berlin am 27. Oktober 2016 © schnepp • renou

Die Ausstellung «Neue Standards. Zehn Thesen zum Wohnen» ist ein gemeinsames Projekt des Deutschen Architektur Zentrums DAZ, des Bundes Deutscher Architekten BDA und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit BMUB. Sie soll vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Prozesse und sich ändernder Lebens- und Wohngewohnheiten räumliche Ausprägungen diskutieren. Hierfür sollen die wesentlichen Qualitätsanforderungen an das Wohnen detailliert betrachtet und anhand der unterschiedlichen Wohnqualitäten historisch, beispielhaft und im Ausblick konkretisiert werden.

Als kuratorisches Prinzip wurden zehn Architektinnen und Architekten gebeten, mit dem BDA/DAZ an dieser Ausstellung teilzunehmen und zu spezifischen Qualitäten zu arbeiten. Als Mitglied des Autorenteams ist Anne Kaestle an der inhaltlichen Konzeption der Ausstellung beteiligt.

Ab Ende Februar 2017 ist die Schau in weiteren Städten zu Gast: KAZimKUBA, Kassel, 25. Februar bis 19. März 2017 Neues Museum Nürnberg, 5. April bis 7. Mai 2017 AIT ArchitekturSalon Köln, 19. Mai bis 16. Juni 2017 Zentrum für Baukultur Sachsen, Dresden, 7. Juli bis 10. August 2017 afo architekturforum oberösterreich, Linz, 13. September bis 28. Oktober 2017

Mensa Gesamtschule, Greven , 2016

Eingebettet im neuen Schulpark soll sich die Mensa in einem heterogenen Umfeld zwischen den Schulgebäuden und der Einfamilienhaussiedlung als eigenständiger Baukörper behaupten und zugleich einen räumlichen Abschluss nach Norden hin schaffen. Wir schlagen einen leichten Pavillon vor, der durch ein markantes Dach seine eigene Identität erlangt und gleichzeitig in seinem Ausdruck auf die für Greven charakteristischen, großen Dächer verweist und diese neu interpretiert. Außen- und Innenraum fließen ineinander, das Dach gliedert den Baukörper und definiert Hierarchien: Unter dem «großen Dach» befindet sich der zentrale Speisesaal, der sich über Raumnischen wie z.B. die Bühne bis zur Fassade hin ausdehnt. Die dienenden Funktionen wie Küche, Lager- und Technikräume sowie Toiletten gruppieren sich um den Saal, das Foyer und der Eingangsbereich orientieren sich zur Schule hin. Die Mensa als Begegnungsort der Schulgemeinschaft ist wie eine Markthalle konzipiert, in der man sich zum gemeinsamen Essen trifft und austauscht. Hier soll in entspannter, geborgener Atmosphäre die Mittagspause verbracht werden. Der helle Speisesaal mit seinem ruhigen, klaren Ambiente bietet der Schule zudem einen vielseitig nutzbaren Raum für Feste und Veranstaltungen.

Marckmannstrasse, Hamburg , 2016

Das Quartier an der Marckmannstrasse in Rothenburgsort ist ein heterogenes Ensemble aus Wohnbauten der Nachkriegszeit und niedrigen Lagerhäusern. Ziel des Entwurfes ist es, ein verdichtetes, städtisch anmutendes Quartier mit klar definierten Straßen-, Platz- und Innenhofsituationen zu schaffen. Die Neubauten orientieren sich in ihrer Größe und Kubatur an den Blockstrukturen der Vorkriegszeit, suchen aber gleichzeitig den Dialog mit der vorhandenen Bebauung. So entwickeln sich die Gebäudehöhen einerseits aus städtebaulichen Überlegungen, den Straßenraum zu fassen, andererseits daraus, auf des bestehende Gegenüber zu reagieren (Staffelung). Es entstehen klar begrenzte öffentliche Außenbereiche sowie attraktive Innenhofsituationen, die halböffentlich und privat genutzt werden. Wir vermeiden jedoch, den typischen geschlossenen Blockrand der Gründerzeit zu rekonstruieren. Der Solitärcharakter der eigenständigen, kompakten Gebäudekomplexe bleibt deutlich lesbar. Gleichzeitig generiert die Durchlässigkeit der baulichen Anordnung zahlreiche Blickbezüge zwischen den Baukörpern, verbindet sie über attraktive Freiräume und vereint sie damit zu einem starken, identitätstiftenden städtebaulichen Ensemble.

Alle wollen wohnen, Köln , Ausstellung 2016

  • © M:AI

  • © Claudia Dreysse

  • © Claudia Dreysse

  • © Claudia Dreysse

  • © Claudia Dreysse

Wohnen wollen alle Menschen. Doch nach Jahren eines ausgeglichenen Wohnungsmarktes sind «bezahlbare» Wohnungen für einen großen Teil unserer Gesellschaft wieder zu einer Mangelware geworden. Und das nicht erst seitdem mehr Menschen nach Deutschland flüchten. Die Gründe dafür sind vielfältig: der gesunkene Bestand im sozialen Wohnungsbau; gestiegene Standards und Baukosten; Grundstücke sind ein rares Gut – insbesondere in den Städten, in denen immer mehr Menschen leben möchten. Hinzu kommt: Heute beanspruchen wir pro Kopf fast vier Mal so viel Wohnfläche wie um das Jahr 1900. Im Zeitalter der Digitalisierung rücken Arbeiten und Wohnen wieder enger zusammen und veränderte Familienstrukturen sowie Lebensstile erfordern andere Grundrisslösungen als «Küche. Diele. Bad.» (Webseite des Museums).

In der Ausstellung «Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar» präsentiert MA:I fünf thematische Häuser, welche die vielfältigen Facetten des Wohnens ansprechen. Das Clusterhaus von Duplex Architekten auf dem Hunziker Areal wird im ersten von fünf Themen-Häusern dargestellt, da hier auf die historische Entwicklung der Wohnung eingegangen wird. Das Haus am Dialogweg bildet dabei den aktuellen Abschluss.

Weitere Station: Wandelhalle des Landtags NWR, 29. März bis 9. April 2017

Creative Blocks 82, Hamburg , 2016

Die öffentlichen Nutzungen an der Versmannstrasse und entlang der Fussgängerachse sind für den Charakter des städtebaulichen Ortes massgebend. Sie beleben den Stadtraum und interagieren mit ihm. Die an der Fassade gelegenen Werkstätten, das am Wasser gelegene Restaurant und die Bar locken ins Innere zum Herzstück des Manufakturwerks, einem hoch atmosphärischen Ort der Präsentation und Begegnung. Die Innenhöfe und Dachterrassen werden als private Aussenräume den Bewohnern zugänglich gemacht.

Der Sichtbezug jeder Wohnung zum Wasser und damit die Orientierung gegen Süden und zum Ausblick war das oberste Leitmotiv bei der Organisationsaufteilung der Baukörper. Die verschiedenen Baukörper haben jeweils klar ablesbare Typologien: Co-Living mit grosszügigen und gut positionierten Begegnungs- und Erschliessungszonen, im Erdgeschoss gebündelten und zum Stadtraum orientierten Gemeinschaftsflächen und zum Hafen ausgedrehten Kleinwohnungen, die geförderten Wohneinheiten als Lärmschutztypologie mit Laubengangerschliessung und robustem, flexibel nutzbarem Raum zu Raum Prinzip und die Eigentumswohnungen mit grosszügiger Fassadenabwicklung und flexibler Raumteilung.

Poesie des Wohnens, Frankfurt , Ausstellung 2016

  • © Moritz Bernoully

  • © Moritz Bernoully

  • © Moritz Bernoully

  • © Moritz Bernoully

«Poesie des Wohnens sucht die Qualitäten der Nutzungsmischung. Sie entzieht sich dem starren Regelwerk deutscher Bauverordnungen und hinterfragt das Dogma der Stille im alltäglichen Leben und Arbeiten.»

Für zwei Wochen wurde der Zukunftspavillon zur Dialogplattform und stellte eine Arealentwicklung im Züricher Norden als Leuchtturmprojekt für nachhaltiges genossenschaftliches Wohnen vor, dabei galt das Projekt «mehr als wohnen» als Best Practice Beispiel; als Basis für die weitere Auseinandersetzungen mit dem Thema wie neue und innovative Lösungsansätze für den prognostizierten Wohnflächenbedarf gefunden werden können.

Gute Bauten 2011–2015, Stadt Zürich , Auszeichnung 2016

Mit dem Wettbewerb «Auszeichnung für gute Bauten» fördert die Stadt Zürich eine vielfältige Baukultur, die sich in den Dienst der Menschen stellt.

Das Hunziker Areal hat die interdisziplinär zusammengesetzte Jury durch seine differenzierte und hohe Qualität in Städtebau und Architektur überzeugt: «Das Hunziker Areal in Zürich-Leutschenbach vereint weit mehr als städtebaulich, architektonisch, gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch wichtige Aspekte der Zürcher Baukultur der letzten fünf Jahre. Der Masterplan verkörpert im Wesentlichen zwei Visionen. Erstens eine öffentliche: in einem Randgebiet ein neues Stadtquartier entstehen zu lassen. Zweitens eine genossenschaftliche: für neue Formen des gemeinschaftlichen Wohnens und Arbeitens einen passenden Ort und Rahmen zu finden.» (Auszug aus dem Jurybericht)

Wienberger Brick Award, , Auszeichnung 2016

  • © Christian Dusek für Wienerberger

  • © Johannes Marburg, Genf

«Der Brick Award ist wie die Präsentation einer Meisterklasse, in der die besten und interessantesten Ziegelarchitekturen aus alle Welt der Öffentlichkeit vorgestellt werden, um zu zeigen, wie weit man mit Ziegeln gehen und welch außergewöhnliche Dinge man mit diesem Material realisieren kann.» Alfred Munckenbeck, Jurymitglied Wienerberger Brick Award 2016

«Dieses Projekt versucht, eine Antwort auf einige der bewegenden Fragen dieser Zeit zu finden: wie Menschen zusammenleben können, wie sie miteinander und von innen nach außen mit dem öffentlichen Raum umgehen und wie sie gemeinsam die Einrichtungen nutzen. Diese Gebäude sind dafür gemacht, um Leuten bezahlbaren, wenigen Wohnbau zu bieten. Bei diesem Projekt ist der Ziegel verborgen. Es ist ein wärmedämmender Stein, also dient er als tragende Struktur und Isolierung zugleich. Und überhaupt, wenn Sie den Grundriss sehen – sagen wir mal, er versucht, in seiner Organisation Freiheit zu finden. Und es ist offensichtlich, dass der Ziegel tatsächlich diese Freiheit bei der Gestaltung des Grundrisses ermöglicht.» (Auszug aus dem Jurybericht)

Time Space Existence, Venedig , Biennale 2016

  • © Duplex Architekten

  • © zVg

Als offizieller Teil der 15. Architekturbiennale in Venedig, die unter der Leitung von dem Pritzker-Preisträger Alejandro Aravena stattfindet, präsentiert die Ausstellung «Time Space Existence» im Europäischen Kulturzentrum (Palazzo Bembo und Palazzo Mora), mehr als 100 Architekten von 6 Kontinenten, die auf eine außergewöhnliche Weise zusammengebracht werden. Die Ausstellung dokumentiert die aktuellen Entwicklungen und Überlegungen in der Architektur durch die Anregung der Diskussion um die philosophische Konzepte Zeit, Raum und Existenz, wobei fundamentale Fragen hervorgehoben werden.

Im Palazzo Bembo zeigen wir in einem speziell für den Anlass gestalteten Raum den Film «Mit den Augen der Anderen».

Die Besten, , Schweizer Architektur- und Designpreis 2015

  • © Hochparterre

«Die Bauten, Objekte und Anlagen sind die Besten, weil sie feinfühlig, grandios, herausragend oder einfach vorbildlich sind.» (Hochparterre)

Jährlich sucht Hochparterre die Besten in Architektur, Design und Landschaft. Dank der breiten Auffächerung der Themen fallen die prämierten Projekte jeweils vielfältig aus. Dadurch gelingt es der Auszeichnung sowohl die neuesten Trends in Gestaltung und Gesellschaft aufzuzeigen als auch ein Überblick über das aktuelle Geschehen in der Schweiz zu verschaffen.

Mensa Schule Turmweg, Hamburg , 2016

Eingebettet in einer parkähnlichen Anlage mit altem Baumbestand bildet ein Ensemble freistehender Gebäude die Grundschule am Turmweg. Die neue Mensa soll sich in diesem heterogenen baulichen Umfeld als eigenständiger Baukörper behaupten und zugleich den Schulhof zur Hallerstrasse hin räumlich neu fassen.

Wir schlagen einen klaren, hallenartigen Baukörper vor, der durch eine markante Dachlandschaft seine eigene Identität erlangt. Das einfache, langgestreckte Volumen fügt sich unaufdringlich in seine bauliche Umgebung ein. Erst der Blick auf die Giebelfassaden lässt die spannungsvolle, charakteristische Silhouette des Daches in Erscheinung treten, deren dynamische Bewegung den Zugang von der Hallerstrasse zum Schulhof begleitet.

Das Dach gliedert den Baukörper in drei ablesbare Funktionsbereiche – den «Versorgungsbereich» an der Hallerstrasse mit Küche, Anlieferung und Nebenräumen, den überhöhten, von einem laternenartigen Oberlichtband erhellten Speisesaal im Zentrum des Gebäudes sowie der vorgelagerte, überdachte Eingangsbereich, der sich zum Schulhof hin öffnet. Dem Gedanken einer Markthalle folgend ist die neue Mensa als Begegnungsort der Schulgemeinschaft konzipiert, an dem man sich zum gemeinsamen Essen trifft und austauscht. Die Mensa fungiert ebenso als Pausentreffpunkt, der auch bei schlechtem Wetter Aktivitäten unter dem grossen Vordach ermöglicht. Eltern holen hier ihre Kinder nach der Schule ab, hier trifft man sich zu einem kurzen Gespräch oder verabredet sich.

Keine Angst vor Partizipation!, München , Ausstellung 2016

  • © Sebastian Schels

  • © Sebastian Schels

  • © Sebastian Schels

Die Fortentwicklung des Wohnungsbaus in den europäischen Großstädten steht angesichts der nicht nachlassenden Urbanisierung, eines wachsenden Interesses an Wohneigentum und einer ebenso steigenden Differenzierung von Wohnbedürfnissen gegenwärtig vor dramatischen Herausforderungen. Die wichtigsten Fragen sind dabei die nach der notwendigen und möglichen städtebaulichen Dichte, einer ausgeglichenen sozialen Mischung ebenso wie nach der Wohnqualität. Als Reaktion auf den von wirtschaftlichen Faktoren bestimmten Wohnungsmarkt entstehen gegenwärtig neue Bauinitiativen. Nach individuellen Anforderungen und selbstbestimmten Organisationsformen ausgerichtet, folgen diese Wohnprojekte der Baugemeinschaften oder Genossenschaften einem gemeinsamen Ansatz: Partizipation!

Die Ausstellung zeigt zwölf aktuelle Wohnprojekte aus Dänemark, der Schweiz, aus Österreich und Deutschland, deren Entstehungsprozess durch zahlreiche Workshops und Arbeitskreise begleitet wurden, in denen die Teilnehmer gemeinsam ihre Vorstellungen des Wohnens und Zusammenlebens konkretisierten und die inhaltliche Konzeption festlegten (Das Magazin zur Ausstellung).

Mehr als Wohnen, Hunziker Areal, Zürich, wurde als Projekt Nr. 1 für die Präsentation im Rahmen der Ausstellung ausgewählt.

Anders wohnen im Alter, Oberrieden , 2016, 2. Preis

Die beschauliche Atmosphäre der Wohnüberbauung «Winkelhalden» soll durch die neuen Gebäude möglichst wenig gestört werden. Der heterogene städtebauliche Ansatz gliedert das gesamte Bauvolumen in verträgliche Einheiten. Die neue Silhouette lässt den Nachbargebäuden genügend Raum, so dass sie nur marginal in ihrer Seesicht beeinträchtigt werden. Das aktive, selbstbestimmte Leben und Wohnen im Alter wird durch die Choreographie der öffentlichen Nutzungen auf der gesamten Anlage definiert. Rund um die «Piazza» befinden sich Bistro, Atelierräume und Musikzimmer. Die Durchwegung des Freiraums bindet das ganze Ensemble zusammen. Das Umgebungskonzept für die Siedlung ist eine naturnahe Gestaltung, die mit landschaftlichen Elementen einen erlebnisvollen Aussenraum kreiert. Die Erschliessung der Häuser erfolgt über die gemeinsame, halbprivate Loggia-Schicht. Die durchgehende, offene Laube wird zum Ort der Begegnung. Durch die Hanglage kann jedes Haus von zwei Ebenen erreicht werden: vom oberen Teil des Hanges, mit partizipativ gestaltbarem Aussenraum, und von einem Nebeneingang auf der unteren Ebene, mit dem zugeordneten Gemeinschaftsraum und Waschsalon. Das statische Konzept des Hebelstabsystems erlaubt es mehrere Wohnungen zu grösseren Nutzungseinheiten zusammenzufassen. Die individuellen Wohneinheiten sind als modulares Baukastenprinzip gedacht.

Wohnen am Hartenbergpark, Mainz , 2015, Anerkennung

Das auf dem Plateau des Hartenbergs gelegene Grundstück zieht sich tief in den Grünraum des Parks hinein. Dieser Bewegung folgen die Baukörper. Knickungen und Ausstülpungen verankern die Baukörper und generieren Plätze und Höfe. Durch spezifische Weglassungen und Kappungen wird die Körnung der Umgebung aufgenommen: das Bauvolumens konzentriert sich auf sieben kompakte, ortstypische Zeilengebäude und es entstehen im Inneren zwei große zusammenhängende Wohnhöfe. Im Kontrast zum umliegenden Park ist der Charakter hell und offen, locker gestreute Baumgruppen sowie ein zusammenhängendes Wegenetz sind die wenigen aber stimmungsvollen Strukturen, die den Ort prägen und die Ansichten der geknickten Gebäudewände gliedern und räumlich Tiefe generieren.

Wohnungen mit überhohen Küchenräumen profitieren von dem Ausblick in den Park und in den Innenhof. Die benachbarten Baukörper C&D sind als 2 – 3 Spänner organisiert, so dass mindestens zweiseitig orientierte Wohnungen entstehen. Die Baukörper EF&G sind durch 3 – 5 Spänner äußerst effizient erschlossen. Über diagonale Sichtbezüge entstehen spannende Raumfolgen, die die Wohnungen größer wirken lassen.

Hunziker Areal, Zürich , Permanente Ausstellung seit 2015

  • © Johannes Marburg, Genf

  • © Johannes Marburg, Genf

  • © Johannes Marburg, Genf

  • © Johannes Marburg, Genf

«Das Hunziker Areal wurde 2014/2015 als zukunftsweisendes Bau- und Wohnprojekt realisiert. Es ist ein Leuchtturmprojekt für den gemeinnützigen Wohnungsbau und verpflichtet sich zu den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft. Der Ausstellungsraum an der Genossenschaftsstrasse 13 widmet dem Prozess seit 2007 eine multimediale Ausstellung. Diese versteht sich auch als lebendiges Archiv und soll stetig weiterentwickelt und vervollständigt werden. Die Ausstellung bringt den Besuchenden die Leitgedanken der Baugenossenschaft mehr als wohnen näher: Wie baut man für die 2000-Watt-Gesellschaft und wie lebt es sich in den energiesparenden Gebäuden? Wie geschieht die Mitwirkung der Quartierbewohnenden? Text-, Bild- und Videobeiträge, in denen Bewohnende, Planerinnen und Auftragnehmer zu Wort kommen, gehen diesen Fragen nach. In der Ausstellung stehen vielfältige Publikationen, Erfahrungsberichte, Medienbeiträge und Hintergrundinformationen zum gemeinnützigen Wohnungsbau, zu Genossenschaftsprojekten, Architektur und Stadtentwicklung zur Verfügung. Ein spannender Fundus für Studierende und Fachpersonen, aber auch generell Interessierte. Der Besuch der Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Réception möglich.» (Mehr als Wohnen)

Cities Connection Project, Barcelona–Zürich , Ausstellung 2016

  • © The Cities Connection Project

«The Cities Connection Project» (CCP) ist ein Projekt der Architekten Nicola Regusci und Xavier Bustos aus Barcelona, welches Synergien zwischen Architekten, kulturellen Institutionen, Behörden und Universitäten von europäischen Städten schafft. Mit Barcelona als Treffpunkt liegt der Schwerpunkt auf der Organisation von Ausstellungen, Konferenzen und weiterer «Connections» in zwei europäischen Städten, die sich durch ihre besondere architektonische und kulturelle Tradition auszeichnen.

Gästehaus Uni Hamburg, Hamburg , 2015

In unmittelbarer Nachbarschaft zum denkmalgeschützten Museum für Völkerkunde soll das neue Gästehaus der Universität Hamburg entstehen. Das dreieckige Planungsareal befindet sich in einem städtebaulichen Erhaltungsgebiet von hoher Qualität, das jedoch durch die Zerstörungen des 2. Weltkrieges und planerischen Fehlentwicklungen der Nachkriegszeit empfindlichen Schaden genommen hat. Der Neubau übernimmt daher eine Schlüsselrolle in dem Bestreben, das repräsentative Erscheinungsbild des z.T. denkmalgeschützten Gründerzeitviertels wieder zu stärken. Die von uns vorgeschlagene städtebauliche Figur besetzt mit entschiedener Geste die nördliche Grundstücksecke entlang der Feldbrunnen- und Mollerstrasse. Dadurch hält der Neubau gebührenden Abstand zum Völkerkundemuseum und schafft im Südteil des Grundstückes einen grosszügigen Garten mit hoher Aufenthaltsqualität. Der Baukörper wird durch tiefe hofähnliche Einschnitte gegliedert–ähnlich dem typischen städtebaulichen Prinzip der Hamburger Schlitzbauten, wodurch sich sein Volumen den Proportionen der kleinteiligen Villenstruktur der Nachbarbebauung anpasst.

Am Mühleberg, Berlin , 2015, 3. Preis

Das Grundstück «Am Mühlenberg» wurde in den 1950er-Jahren im typischen Stil der Nachkriegsmoderne bebaut. Wir modifizieren die vorhandene Struktur mit Hilfe von Passstücken so, dass ein neues städtebauliches Ensemble mit klar definierten Strassen-und Hofräumen entsteht. Dabei bleiben die bestehenden Gebäude weiterhin lesbar und funktionsfähig. Die Höhen der Neubauten ergeben sich in Anlehnung an die angrenzende Bebauung oder resultieren aus städtebaulichen Überlegungen, den Strassenraum zu fassen. Gleichzeitig entstehen klar ablesbare Freiraumtypologien. Dazu zählen eher introvertierte aber durchlässige Höfe mit unterschiedlichem Charakter, ein durchgängiges Gassensystem, teils autofrei, teils als Wohnwege mit Besucherstellplätzen, sowie eine Abfolge von markanten öffentlichen Mikro-Plätzen.

Fassadengestaltung Kaufhaus, Kiel , 2015

Das neue Kaufhaus befindet sich an prominenter Lage im Stadtzentrum Kiels. Durch die geplante Wiederherstellung des Kleinen Kiel-Kanals wird das Gebäude künftig nicht nur den Berliner Platz flankieren, sondern auch ein wichtiger Teil der Innenstadtsilhouette entlang der neuen Wasserstrasse sein. Wir schlagen eine hochwertige, repräsentative, klar strukturierte Fassadengestaltung vor, die ihr Hauptaugenmerk auf die Nordfassade am Berliner Platz legt. Um den Platz städtebaulich eindeutig zu fassen und die Platzfassade des Gebäudes als dessen Hauptfassade deutlich lesbar zu machen, verzichten wir auf die abgerundete Kubatur der vorliegenden Planung. Stattdessen entsteht am Berliner Platz im Erdgeschoss eine Arkadenzone, die die Schaufassade des Kaufhauses hervorhebt sowie einen grosszügigen Entrée-Bereich als Übergang zwischen dem öffentlichen Platz und dem neuen zweiten Haupteingang des Kaufhauses schafft.

Mit den Augen der Anderen, Berlin , Filmpremiere 2015

  • Vernissage in der Architektur Galerie Berlin © Jasmin Schuller

  • Vernissage in der Architektur Galerie Berlin © Jasmin Schuller

  • Vernissage in der Architektur Galerie Berlin © Jasmin Schuller

  • Vernissage in der Architektur Galerie Berlin © Jasmin Schuller

  • Weitere Stationen: 28.5. – 27.11.2016, 15. Architekturbiennale in Venedig im Rahmen der Ausstellung «Time Space Existence» im Palazzo Bembo

  • Weitere Stationen: 17.03. – 12.06.2016 als ein Teil der Ausstellung «Keine Angst vor Partizipation! – Wohnen heute» in der Pinakothek der Moderne, Architekturmuseum der TU München präsentiert. © Sebastian Schels

  • Weitere Stationen: 19.8. – 2.9.2016 «Poesie des Wohnens – Experimentelle Zonen der Nutzungsmischung» im Zukunftspavillon auf dem Goetheplatz, Frankfurt am Main. © Moritz Bernoully

  • Weitere Stationen: 14.9. – 30.10.2016 Ausstellung «Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar.» im Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW auf dem Clough-Gelände, Köln. © Claudia Dreysse

  • Weitere Stationen: 28.10.2016 – 22.01.2017 Ausstellung «Neue Standards. Zehn Thesen zum Wohnen», DAZ, Berlin. © schnepp • renou

  • Weitere Stationen: 3.6. – 10.9.2017 Ausstellung «Together! Die Neue Architektur der Gemeinschaft» im Vitra Design Museum, Weil am Rhein. © Vitra Design Museum, 2017, gestaltet von Something Fantastic, Berlin, Foto: Daniel Burchard

Im Sommer 2015 sind rund 1’200 Bewohner die dreizehn Häuser des Projekt N°1 der Baugenossenschaft «Mehr als Wohnen» bezogen. «Mit den Augen der Anderen» ist ein Filmprojekt, mit dem wir diesen historischen Moment begleiten: Aus unmittelbarer Nähe schauen wir der beginnenden Nachbarschaft beim Wachsen zu. Dazu haben wir kurz nach dem Einzug in einem Zeitraum von sechs Wochen als stille Regisseure mit den Bewohnern und Bewohnerinnen «unserer» Häuser schriftlich kommuniziert. In Form von Regieanweisungen haben wir sie aufgefordert, die verschiedenen Orte ihres neuen Zuhauses filmisch abzutasten. Sie sind die Akteure in diesem Film: Protagonisten und Kameraleute zugleich (hier geht’s zum Trailer).

Für die Filmpremiere in der Architektur Galerie Berlin wurde anstatt einer musealen Präsentation ein Pop Up Kino errichtet. Die beiden synchron geschalteten Vorführsäle erlaubten ein echtes Kinoerlebnis, bei dem alle Aufmerksamkeit auf den Film gerichtet war. Das Foyer dazwischen wurde mit zwei Arbeiten von Piet Hein van Eek bestückt. Der holländische Möbeldesigner arrangiert scheinbar wertloses Material zu kunstvollen Gebrauchsobjekten. Lampe und Tresen wurden eigens für diese Ausstellung gefertigt und sind ebenso «serielle Unikate» wie das professionell geschnittene Rohmaterial in unserem partizipativen Filmprojekt.

Mythenquai, Zürich , 2015

Entlang des Mythenquais dominiert das massive Sockelgeschoss mit den gewerblichen Nutzungen. Wie eine Klammer umschliesst der gemeinsame Sockel zwei 6-geschossige filigrane Wohngebäude. Die differenzierte Höhenstaffelung sowie die Vor- und Rücksprünge der Wohngeschosse rhythmisieren das Strassenprofil des langgestreckten Gebäudevolumens, wie es für die Fassadengestaltung vieler Industriebauten entlang des Mythenquais typisch ist. Die horizontale Gliederung in Sockel, Ober- und Attikageschosse setzt ebenfalls den Gestaltungskanon der Umgebungsbebauung fort. Um eine Durchlässigkeit des langen Bauvolumens zum See zu gewährleisten, ist die Gliederung der Obergeschosse in zwei deutlich voneinander getrennte Baukörper ebenfalls ein prägnantes Gestaltungselement der Westfassade.

Auf der Seeseite präsentiert sich der Baukörper als gestaffeltes Gebäudeensemble, das je nach Standpunkt aus einzelnen Baukörpern zu bestehen scheint. Gleichzeitig erzeugt die gestaffelte Seefassade eine vergrösserte Fassadenabwicklung, die es ermöglicht, jedes Wohn- und Schlafzimmer mit Seeblick auszustatten. Die Platzierung der Gebäude schafft zum Mythenquai hin einen schmaleren, urbanen Aussenraum und auf der Seeseite – ebenfalls auf ganzer Grundstückslänge – einen grösseren Aussenraum für die Anwohner, der optisch den Savera-Park erweitert.

Haveninsel, Wilhelmshaven , 2015, 3. Preis

Beim Wohnen am Wasser spielen wir mit dem Begriff der innerstädtischen Dichte: Die Weite des Hafenbeckens erhält bewusst ein Gegenüber aus städtisch gefügtem Raum. Durch eine akzentuierte Dichteverteilung entstehen neben verbindenden Engstellen auch differenzierte Freiräume, die wesentlich sind um ein Quartier zusammenzuhalten. Der Entwurf ist somit eine Art Antithese zu herkömmlichen Siedlungsräumen. Es gibt keine halbprivaten Hinterhöfe, sondern das Grün, die Erholungsflächen und Parks (konzentriert und dezentral) sind Teil des städtischen Aussenraumes. Die Nord-Süd-Gassen bilden ein Netz aus Blickachsen zum Meer und die West-Ost-Achsen verbinden die Plätze szenografisch. Die «Fehler» im System respektive die Weglassungen schaffen kleine Quartierplätze und Attraktionspunkte. Das öffentliche Leben konzentriert sich um diese Räume und es entsteht ein charaktervolles abwechslungsreiches neues Stadtquartier. Die Baukörper sind so dimensioniert, dass sich je nach Wohnungsmix Vier- bis Sechs-Spänner ergeben. 80% Der Wohnungen sind zweiseitig orientiert und blicken auf Hafenbecken und Plätze. Hinzu kommen spannungsvolle Übereck-Bezüge aus den Wohnungen in die Gässchen und entlang der Hauptachsen.

Oberschule Artland, Quakenbrück , 2015, Anerkennung

Die vorgefundene städtebauliche Situation ist geprägt vom Nebeneinander unterschiedlicher Gebäudetypen – daraus resultiert ein unruhiges Raumgefüge ohne klare Gliederung. Unser Entwurf fügt sich in die ein- bis zweigeschossige Bebauung ein, ergänzt und reorganisiert die bestehenden Gebäudeteile und gliedert die Aussenräume klar in öffentliche und halböffentliche Bereiche. Das «Weiterbauen» ist der zentrale Gedanke des Entwurfs, der den Umgang mit der vorgefundenen Bebauungsstruktur des Haupt- und Nebengebäudes in Grundriss, Fassade und statischer Konzeption prägt. Der Bestand, in dem besonders die üppigen Flurbereiche und die langen Wege auffallen, wird entkernt und neu organisiert. Der Neubau schliesst an den Bestand an und erweitert ihn um neue Raumkonstellationen, die dem Ganzen eine neue Identität verleihen.

Bauhaus-Museum, Dessau , 2015

Das Bauhaus Museum präsentiert sich als filigranes, dreigeschossiges Bauvolumen am nordöstlichen Rand des Stadtparks. In Anlehnung an das alte Stadtgefüge Dessaus vor dem Zweiten Weltkrieg wird damit ein prominenter Standort neu besetzt. Mit seiner langgestreckten Form fasst das Gebäude den Strassenraum entlang der Kavalierstrasse und definiert gleichzeitig einen klaren Übergang zwischen Stadt und Park. Der differenziert gestaltete «Gebäudekopf» an der Kreuzung Friedrich-/ Kavalierstrasse sowie der leichte Rücksprung aus der Strassenflucht heben das neue Museum als besonderen kulturellen Ort im Stadtraum hervor. Dank der kompakten Bauweise beschränkt sich das Mass der Interventionen im Park auf kleine Eingriffe, die das Museum in der Umgebung verankern.

Weinpavillon Südmole, Mainz , 2015

In einem neu entstehenden Stadtquartier kommt der Frage nach identitätsstiftenden Elementen eine ganz besondere Bedeutung zu. Es gilt Orte für sinnliche Erfahrungen zu schaffen, Objekte, an denen das Auge haften bleibt. An der Gelenkstelle zwischen Nord- und Südmole, Innenhafen und Rhein ordnet der Pavillon die Räume neu. Durch die Setzung des überhohen Volumens erhält er das nötige Gewicht dazu. Gleich einem Leuchtturm definiert er den Ankerpunkt der unterschiedlichen Bewegungsrichtungen als neuen Anziehungspunkt. Gleichzeitig passt er sich über die zum Teil geknickten Längsseiten so in die Umgebung ein, dass Orte zum Verweilen entstehen.

Kirchenkreiszentrum, Hamburg , 2015, 3. Preis

Das neue Kirchenkreiszentrum präsentiert sich, verschmolzen mit dem Bestandsbau, als ein gestaffeltes Gebäudevolumen mit kreuzförmigem Grundriss und autonomen Nord-, Ost-, Süd- und Westflügel. Mit repräsentativem Eingang entlang der Friedrich-Ebert-Strasse entwickelt es eine neue, bewegte Silhouette. Als Gegengewicht zur angrenzenden, kleinkörnigen Bebauung entzieht sich das Gebäude einer vorstädtischen Kleinteiligkeit. Es besetzt die Ecke des Areals, ohne es hermetisch abzuschliessen. Im Erdgeschoss verbindet eine vom Gegenlicht erhellte Wandelhalle Veranstaltungssaal, Restaurant und Kapelle. Eine Unterscheidung von Alt und Neu ist nur auf den zweiten Blick erkennbar – der Innenhof mit dem umlaufenden Kreuzgang verbindet die Gebäudeteile zu einem Ganzen.

Universitätscampus, Potsdam , 2015, Anerkennung

Der Standort des Universitätscampus am Neuen Palais in Potsdam befindet sich in einer der grössten und bedeutendsten Parkanlagen Europas. Als Teil des UNESCO-Welterbes unterliegt seine Bebauung städtebaulich und architektonisch höchsten denkmalpflegerischen Ansprüchen, denen nur mit einer bestmöglichen Einbettung des zu planenden Gebäudeensembles in den Landschaftsraum Park Sanssouci Rechnung getragen werden kann. Wir schlagen vor, die Bauvolumen in mehrere «Häuser» zu untergliedern, die ein raumgreifendes Netz aus Innenhöfen und kleinen Plätzen aufspannen. Das kleinteilige Gebäudeensemble mit seiner fingerartigen Grundrissstruktur verzahnt sich so regelrecht mit der umgebenden Parklandschaft. Die neue Campusanlage orientiert sich architektonisch an den Nebengebäuden der Schlossanlage, wie dem Gärtnerhaus und dem Kaiserbahnhof. So entwickeln sich deren Gebäude als Vervielfältigung dieses Bautypus aus einzeln ablesbaren «aneinander gerückten Häusern». Dieses additive Prinzip bietet grosse Erweiterungs- und Planungsspielräume für die zukünftige Entwicklung der Universität an diesem Standort. Es ist in seiner Gestaltungsform variabel, lässt viele unterschiedliche Nutzungen zu und kann sich somit auch künftigen Veränderungen im Unibetrieb anpassen.

Suurstoffi, Rotkreuz , 2015

«Das Gebäude im Baufeld C wird in der Suurstoffi durch seine Höhe und seine zentrale Lage eine herausragende Stellung einnehmen. Ziel ist es, dass die Baute diesen Aspekt nicht nur durch ihre Gestalt innehat, sondern vor allem auch durch ihre energetische Konzeption, die durch eine intelligente Mischung aus High- und Low-Tech erreicht wird. Da im Verhältnis zu den Konkurrenzobjekten weder die Lage noch die Aussicht des Gebäudes eine unique selling proposition bilden, muss das Gebäude selbst zu dieser unique selling proposition werden. Es soll mit einer nicht monotonen, belebten und «grünen» Fassade klar als Wohngebäude erkennbar sein und etwas Einzigartiges in der Schweiz darstellen.» (Auszug aus dem Auslobungstext)

Sportanlagen für Olympia 2024, Kiel , 2014

Mit dem Olympiazentrum Schilksee stellt Kiel seine Leistungsfähigkeit seit mehr als 40 Jahren unter Beweis. Mit dem Gelände des ehemaligen Marinefliegergeschwaders in Holtenau verfügt Kiel über eine Perspektive auf neue, urbane Olympische Segelwettbewerbe – modern, städtisch und visionär. Mit der Weiterplanung kann auch Schilksee noch einmal zu einem neuen Olympiazentrum werden. Mit einer Infrastruktur, die nicht nur die Anforderungen des Jahres 2024 erfüllt, sondern auch darüber hinaus zukunftsweisend ist. Dabei wird das bewährte Rückgrat des gesamten Komplexes zum Ausgangspunkt der baulichen Weiterentwicklung: Von dem nach Osten offenen und barrierefrei zugänglichen Boulevard im zweiten Obergeschoss mit seinen Geschäften, Restaurants und der eingebundenen Schwimmhalle haben Zuschauer auch 2024 beste Sicht auf das Hafenvorfeld, ohne dabei die Athleten bei ihren Vorbereitungen zu beeinträchtigen.

Inselspital, Bern , 2014, 5. Preis

Das Projekt «Herz Dame» verfolgt die konsequente Ablesbarkeit von Sockelvolumen und Bettenturm. Der gesamte Baubereich wird gefüllt, was einerseits eine günstige Voraussetzung für die horizontal organisierten Spitalprozesse schafft und andererseits die Lesbarkeit der im Masterplan definierten Freiräume unterstützt. Der einfache, kompakte Baukörper bietet zudem ein gutes Verhältnis von Hüllflächen zu Volumen und generiert damit eine energetisch wie auch ökonomisch günstige Ausgangslage. Zentrales ordnendes Element ist ein grosszügiger, aus dem Sockel ausgestanzter Leerraum. Diese innere Halle bringt Tageslicht bis ins Eingangsgeschoss und garantiert eine einfache übergeordnete Orientierung. Vielseitige Ausblicke und Durchblicke unterstützen die interdisziplinäre Kommunikation. Die Halle ist eigentlicher Ankunftsort und wird zur Drehscheibe für sämtliche Patienten und Besucher des zukünftigen Inselspitals – was eine solch raumgreifende Geste erlaubt oder gar verlangt um dieser Bedeutung gerecht zu werden. Bereits beim Moment des ersten Eindrucks präsentiert sich dem Besucher das Inselspital als offenes Haus und offenbart eine kontrollierte Transparenz, die Vertrauen schafft.

DEUBAUPreis, , Gewinner 2014

  • © Rainer Schimm/Messe Essen

  • © Messe Essen

«Der DEUBAU-Preis steht für Junge Architektur. Er gibt Auskunft über das Engagement, die Experimentierfreudigkeit, die Lust unkonventionelle Themen in die Debatte über die Zukunft von Architektur und Städtebau einzubringen. Sein Ziel ist die Förderung junger deutscher Architektinnen und Architekten in Deutschland.» (Webseite DEUBAU-Preis).

«Ein anspruchsvoller Beitrag zur neuen Wohnungsfrage im Städtebau: Dipl.-Ing. Anne Kaestle, junge deutsche Architektin, und Dan Schürch, Architekt von Duplex Architekten AG entwickelten in einer Arbeitsgemeinschaft mit Sabine Frei, Architektin, und Kornelia Gysel, Dipl. Architektin ETH von Futurafrosch GmbH ein lebendiges Stück Stadt für das Zürcher Hunzikerareal.» (Auszug aus dem Jurybericht)

Grossmünster, Zürich , 2014

An das Grossmünster werden die unterschiedlichsten Ansprüche gestellt. Es ist neben seiner eigentlichen Bestimmung als spiritueller Versammlungsort auch ein besteigbares Wahrzeichen mit Fernsicht, ein Attraktor für Kulturinteressierte und Polke-Fans aus aller Welt, sowie ein Veranstaltungssaal für Konzerte. Wie ein Instrument, das ständig unterschiedlichen Temperaturen ausgesetzt ist muss es nun neu «gestimmt» werden, um mit den unterschiedlichen Anforderungen einen harmonischen Mehrklang zu erzeugen. Wir schlagen einen Massnahmenkatalog vor, der modular ausgelöst werden kann. Nach jedem Modul kann die erzielte Wirkung über ein wissenschaftliches Analyseverfahren nicht nur qualifiziert, sondern auch quantifiziert werden. Dabei wird das Besucherverhalten z.B. über temporär installierte Kameras aufgezeichnet und ausgewertet. Das Ergebnis unterstützt die Entscheidung für den jeweils nächsten Schritt.

Südbahnhof, Hannover , 2014

Die markante dreieckige Grundstücksgeometrie spiegelt die Position des Projektes als Nukleus zwischen der westlich angrenzenden Blockrandstruktur, der östlich gelegenen Industriezone und der lärmverursachenden, markanten Trasse der Bahn auf der Nordseite wieder. Diese gebauten Strukturen disperser Nachbarschaft mit atmosphärischer Dichte prägen die Parzelle. Die vorgeschlagene Grossform, als Blockrandstruktur ausgebildet, reagiert auf diese verschiedenartige Nachbarschaft und stärkt mit kontextuellen Gebäudeteilen die Qualität ihrer Umgebung. Als zusammenhängende Figur bewahrt das Haus einen einheitlichen Ausdruck und setzt die Tradition der örtlichen Siedlungsgeschichte fort. Das neu vorgeschlagene Volumen besitzt das Potenzial, in der heterogenen Umgebung als identitätsstiftendes Gebäude nachhaltig zu bestehen.

Entwicklungsleitbild, Stellingen , 2014

Am Sportplatzring im geographischen Zentrum Stellingens soll durch räumliche Verdichtung und die Schaffung präzise gestalteter öffentlicher Freiräume ein Ort entstehen, der zum Identitätsträger und Entwicklungsmotor des Stadtteils wird. Der Sportplatzring bildet das städtebauliche Rückgrat. Durch Aufweitungen des Strassenraumes werden Plätze mit spezifischen Aufenthaltsqualitäten geschaffen und der Sportplatzring weiter aufgewertet. Auf dem Sportplatzareal wird eine städtebauliche Figur aus langgestreckten, raumgreifenden Baukörpern vorgeschlagen, die diese identitätsstiftenden Orte fassen und das Platzthema in halböffentlichen Innenhöfen weiterführen. Eine Sonderrolle nimmt das Wohn- und Geschäftshaus am Stellinger Markt ein. Entlang des vielbefahrenen südlichen Sportplatzrings werden zwei insgesamt 175 m lange Baukörper platziert, die das Quartier vor Lärmemissionen schützen und gleichermassen das Gesicht des neuen Quartiers bilden. Die Bebauung des zweiten Bauabschnittes auf dem Schulareal steht ebenfalls im Dialog mit dem angrenzenden baulichen Bestand. Hier werden acht Punkthäuser im Park mit drei Vollgeschossen und Staffelgeschoss vorgeschlagen.

Oberes Murifeld, Bern , 2014

Das städtebauliche Muster greift die zwei vorherrschenden Richtungen aus der heterogenen Nachbarschaft auf und vermittelt so zwischen den Wohnzeilen (Nord-Süd) einerseits und den Gewerbebauten (Ost-West) andererseits ein. Die viergeschossigen Zeilen gewähren eine gute Durchlässigkeit durch das Areal, ihre mäandrierende Form generiert eine Folge von Platzräumen, die zu einem wichtigen Identifikationsträger für die Bewohner werden. Gassen und Hofräume wechseln sich ab, es entstehen vielseitige Blickbezüge von Hof zu Hof und spannungsvolle Raumsequenzen beim Durchschreiten des Areals in beide Richtungen. Die Erschliessung erfolgt jeweils entlang der Ostfassade, so dass auf der Westseite ein substantieller Anteil an Privatgärten für die Wohnungen im Hochparterre freigespielt wird. Die achtgeschossigen «Türme» schaffen eine volumetrische Verankerung des städtebaulichen Gewebes, sie begleiten die Weltpoststrasse und markieren die Adresse mit der Hauptzufahrt in das Quartier. Innerhalb des Areals sind sie wichtige Orientierungspunkte und bieten eine gute Ausgangslage für attraktive Wohnungen mit Weitblick.

Urban Living, Berlin , 2013

Das Grundstück «Am Mühlenberg» wurde in den 1950er-Jahren im typischen Stil der Nachkriegsmoderne bebaut. Unvermittelt erhebt sich eine Ansammlung freistehender Wohnriegel umgeben von weitläufigen Grünflächen aus der benachbarten Blockrandbebauung der Gründerzeit. Der grosszügige aber undefinierte öffentliche Raum zwischen den Gebäuden lässt weder Urbanität noch Privatsphäre entstehen und bleibt deshalb weitestgehend ungenutzt. Dabei bleiben die bestehenden Gebäude weiterhin lesbar und funktionsfähig.

Mit dem Projekt wird einerseits neuer Wohnraum in der inneren Peripherie Berlins geschaffen, andererseits auch ein «in die Jahre gekommenes» Wohngebiet modernisiert, was zu einer Durchmischung und Verjüngung der Bewohnerschaft führen wird. Die Neubauten lehnen sich in ihrer Grösse und Kubatur an den Solitärcharakter der Wohnriegel an. Die Gebäudehöhen ergeben sich in Anlehnung an die angrenzende Bebauung oder resultieren aus städtebaulichen Überlegungen, den Strassenraum zu fassen. Die Lesbarkeit des vorhandenen Strassennetzes wird gestärkt und es entstehen klar begrenzte öffentliche Aussenbereiche und neue Hofsituationen, in denen halböffentliche und private Nutzungen möglich sind.

Umnutzung Silo, Basel , 2013–2016, 1.  Preis

Als Zeuge der industriellen Vergangenheit des Ortes wird das historische Silo zur Keimzelle der neuen Bebauung Erlenmatt. Eine Vielfalt von öffentlichen Nutzungen macht es zum Zentrum des gemeinschaftlichen und kulturellen Lebens im Quartier: Gastronomie, Gemeinschaftsflächen, Quartiersbibliothek, Kino, Schwimmbad, Musikschule und Proberäume bringen die Menschen zusammen und strahlen über das Quartiersleben hinaus. Der spezifische Charakter des Industriebaus mit seiner differenzierten horizontalen Schichtung wird dabei erhalten und gestärkt, vertikale Erschliessung und dienende Räume in die Fugengebäude ausgelagert.

Die zentrale Rolle des Gebäudes manifestiert sich auch in seinem Verhältnis zum neu entstehenden Platz. Ein nobilitierter Platzbelag zieht sich vom Platz bis in die erdgeschossige Halle und verwischt die Grenze zwischen Innen und Aussen: ein ornamentales Muster aus Asphalt- und Natursteinplatten wird wie ein Teppich im Aussenraum ausgerollt. Der Platz wird zum Wohnraum, das Haus zum Platz.

Gastro-Pavillon ETH, Zürich , 2013, 2.  Preis

Die SBB erklärt sich bereit ein Bahnhofsgebäude /Güterschuppen zum Preis von einem Franken für die Nutzung als Gastronomiepavillon an die ETHZ zu übertragen. Die Kosten für Demontage, Transport und Wiederaufbau sind im Angebot der Bietergemeinschaft eingerechnet. Das transferierte Gebäude ist ein Stellvertreter seiner Generation und demonstriert beispielhaft die Wandlungen am Technologiestandort Schweiz: Streckenoptimierungen, Automatisierung und logistischer Fortschritt entziehen vielerorts den einstigen Bahnhofsgebäuden ihren eigentlichen Daseinszweck. Der Güterschuppen steht sinnbildlich für die Vernetzung der ETH, nicht nur im Hinblick auf den Verweis auf seinen ursprünglichen Standort sondern vor allem über das Motiv des Bahnhofs als Ort des Ankommens und Abreisens. Beinahe beiläufig wird die Frage der Nachhaltigkeit auf ganz anderer Ebene über das Label hinaus beantwortet: einem unscheinbaren Zweckbau, «der schon gelebt hat», wird ein zweiter Lebenszyklus geschenkt.

ZHAW + Zusammenhalt, Winterthur , 2013

Für diese komplexe Bauaufgabe wählen wir einen integralen Ansatz und sehen eine einmalige Chance zur Transformation. Herzstück des «Neubaus» ist die Umkehrung der bestehenden Halle 191 zum Hof: Das sanierungsbedürftige Dach wird abgenommen, die alten Industriefassaden bilden das innere Gesicht des neu geschaffenen Aussenraumes. Ein Ort, der Geschichten aus seiner industriellen Vergangenheit erzählt. Er wird zum Begegnungsraum zwischen Studierenden und Dozierenden beider Fachbereiche sowie Bewohnern und Besuchern des Areals.

Das zweite entwurfsgenerierende Element ist aus der Frage der Schnittstelle zwischen Hochschule und Wohngenossenschaft entwickelt: Eine innere Gasse löst die funktionale Trennung der sehr unterschiedlichen Nutzungen und schafft gleichzeitig einen unmittelbaren räumlichen Zusammenhalt. Der szenische Weg durch die Gasse findet ihren Auftakt mit Lobby und Empfang an der Strasse und führt in ganzer Länge durch das Gebäude, bis sie ihren Schlusspunkt in der zweigeschossigen Tätigkeitsplattform findet. Diese bietet sich auch als Veranstaltungsort an – mit attraktivem Weitblick über das Gleisfeld.

Mehr als Kunst, Zürich , 2010 – 2017

Die Baugenossenschaft «mehr als wohnen» baut auf dem Hunziker-Areal in Zürich-Leutschenbach ein neues (Stadt-)Quartier. Da es sich beim Bauareal um einen Ort ohne gewachsene Strukturen und eigene Identität handelt, wurde in der Phase 1 des Kunst- und Bau-Projekts «mehr als kunst» der Fokus auf die Brache und den Dialog mit den jetzigen Bewohnerinnen und Bewohnern auf und rund um die Brache gelegt. Das Kuratorenteam Grillo/Wagner konzentrierte sich auf temporäre partizipative und dialogische Kunstprojekte. Parallel zu den Projekten wurde ein Blog ins Leben gerufen, der von Karin Freitag geführt wird. In der zweiten Projektphase ging es um den Dialog zwischen Architektur und Kunst. Die «Social-Urban-Zone» ist der Versuch, den öffentlichen Raum mit gezielten architektonischen Kleinsteingriffen aufzuwerten. Der ungewohnte «Trinkbrunnen» der Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin vom Atelier für Sonderaufgaben ist der erste und zentrale Eingriff eines Gesamtsystems, bei dem die vorgegebenen Maximen von mehr als kunst im Projekt «mehr als wohnen» gespiegelt und auf den Prüfstein gestellt werden. Im Frühjahr 2014 wurden zwei weitere architektonische Kleinsteingriffe umgesetzt. Alle drei Eingriffe sind konzeptuell miteinander verknüpft und Gegenstand einer gesamten Versuchsanordnung.

Inter-Community School Zürich, Volketswil , 2010–2014, 1.  Preis

Die Inter-Community School Zurich wurde 1960 gegründet und bietet eine internationale Erziehung in englischer Sprache für Kinder und Jugendliche zwischen drei und achtzehn Jahren an. Als Erweiterung der bestehenden Räumlichkeiten in Zumikon soll in Volketswil eine zweite Schulanlage entstehen. Diese soll entsprechend den Wünschen der Bauherrschaft möglichst flexibel konstruiert werden, um auch an künftige Erfordernisse angepasst werden zu können. Unser Entwurf orientiert sich besonders am menschlichen Massstab und schafft in sechs Einzelgebäuden eine räumlich vielfältige und inspirierende Umgebung mit unterschiedlichen Raumsequenzen. Wir achten auf die gleiche Gewichtung von Innen- und Aussenraum: Neben dem Ankommen widmen sich die Höfe auch dem Spiel und dem Sport. Sie ermöglichen mit ihrem unterschiedlichen Charakter ganz unterschiedliche Nutzungen und verbinden die umgebenden Gebäude und Klassenräume zu einer Einheit. Lehrer und Schüler werden sich sowohl mit einzelnen Gebäuden als auch den individuellen Plätzen identifizieren können.

Esplanade Nord, Biel , 2013, 2.  Preis

Die stadträumliche Dimension dieser Bauaufgabe verlangt nach einer aussergewöhnlichen baulichen Antwort. Wir suchen für das Gesicht zur Esplanade ein markantes städtebauliches Motiv, das sich im Sinne einer Initialzündung zu einem unverwechselbaren Identitätsträger des neuen Stadtquartiers entwickelt. Die geschwungene Fassade aus zwei wechselnden Bogensegmenten (A-B-A-B-) sorgt für eine Rhythmisierung über die gesamte Länge der Esplanade. Die vertikale Kannelierung setzt einen Kontrapunkt zur dominierenden horizontalen Ausdehnung der städtebaulichen Ausgangslage. Gleichzeitig erlaubt sie eine hohe Gebäudetiefe, sodass das gesamte Volumen im Perimeter Ost als Blockrand ganz ohne Hinterhofgebäude «in zweiter Reihe» realisiert werden kann. Sämtliche Wohnungen profitieren vom grosszügig geschnittenen Wohnhof. Für die innere Organisation generiert die bewegte Fassade vielfältige Blickbezüge zum öffentlichen Stadtraum.

Stadtstück, Schlieren , 2014

Unser Bewohner ist ein urbaner Nomade. Er ist Anfang 20 bis Ende 30 und immer auf dem Sprung: Ein Praktikum in Dubai, eine neue Liebe in London, ein Sommer in New York. Es geht darum so viele Optionen wie möglich offen zu halten. «… GEORGE ?» ist ein Zuhause auf Zeit, ein Basecamp mit Exkursen in neue Abenteuer, der Ort an den man zurückkehrt und innerhalb von Sekunden zu Hause ist. Dazu gesellen sich Individualisten und Bohemians mit grösserer Lebenserfahrung. Das gesamte Volumen wird in einem einzigen Gebäude untergebracht, 9.80 m tief und 500 m lang. Der Gebäudekörper ist – einem Schriftzug gleich – in den Perimeter eingeschrieben und generiert einen beschwingten Leerraum als gemeinsame innere Mitte. An den Rändern schafft das Vor- und Zurückpendeln stadträumliche Nischen und verleiht der Überbauung zu jeder Seite ein einprägsames, unverwechselbares Gesicht. Der Bauplatz wird an beiden Seiten von Verkehrsachsen mit hohen Geschwindigkeiten begleitet, die Grundfigur nimmt das Thema der Dynamik auf und schafft in einer Art Verwirbelung einen adäquaten Abschluss der etwas gleichförmigen Zeilenbauten aus den vorhergehenden Entwicklungsprojekten stadteinwärts.

Wohnen im Ried, Köniz , 2013

Die Vision des Masterplans definiert einerseits klare Nahtstellen vom Siedlungsraum zum Landschaftsraum andererseits wird eine hohe Durchlässigkeit verlangt. Wir interpretieren die Wohnüberbauung als Reihe einzelner Stadtvillen, die über ihre Loggien als Bindeglieder zusammenhalten. So werden die Baubereiche an den Aussenkanten präzise eingefasst, gleichzeitig entstehen vielfältige Sichtbezüge zwischen Innen und Aussen. Die Weite der umliegenden Landschaft ist bereits auf dem Erdgeschossniveau spürbar, eine Qualität die sich unmittelbar auf die Benutzung dieses Quartierhofes auswirken wird, der mehr ist als reiner Erschliessungsraum: ein Ort der Begegnung und Gemeinschaft. Die volumetrische Staffelung auf der «weichen» Innenseite unterstützt den Villencharakter der einzelnen Häuser und schafft intimere Orte, Nischen und Rückzugsbereiche für die Gartenwohnungen. Durch die Terrassierung entsteht eine angenehme Masstäblichkeit, gleichzeitig wird der Hof gleich auf mehreren Ebenen bewohnt, bespielt und belebt.

Alterszentrum Hochweid, Kilchberg , 2013

Im Alterszentrum finden ältere Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen ein Zuhause; dies bildet sich in der städtebaulichen Figur ab: Altersheim und Alterssiedlung sind als getrennte Adressen wahrnehmbar, treten aber dennoch baulich als Ensemble in Erscheinung. Entsprechend ihrem unterschiedlichen Wohnangebot binden sich die projektierten Erweiterungen auf städtebaulich differenzierte Art in die Bebauung ein. Der Neubau der Wohngruppe ergänzt die bestehende Anlage des Alterswohnheimes zu einer dreiseitig gefassten, durchlässigen Hoffigur. Mit seinem grossen, leicht geneigten Dach fügt sich der neue Gebäudeflügel flach in die Topographie, in den Obergeschossen der Bestandsbauten bleibt die Aussicht in die Landschaft erhalten.

Im Bereich der gemeinschaftlichen Räume verleihen punktuelle Überhöhen dem Neubau volumetrisch eine eigene Identität. Bei geringer Gebäudetiefe von rund zehn Metern entwickeln sich die Wohnungen als Raumkontinuum von Fassade zu Fassade; Entsprechend der freien Sicht über die Nachbarhäuser hinweg wechselt die Hauptwohnseite und damit die Ausrichtung der Loggia von Ost nach West. Wohnen, Essen und Kochen spannen sich zwischen den Längsfassaden auf, der Wohnbereich orientiert sich mit der Loggia zu einer Gebäudeecke. Ein «offenes» Zimmer, das mit einer breiten Schiebetür an den Wohnbereich anschliesst, verstärkt die räumliche Durchlässigkeit längs der Fassade; die Weite des Ausblicks wird das bestimmende Thema und auf eindrucksvolle Weise inszeniert.

Waldmeisterweg, Zürich , 2013

Das Projekt baut auf einer Kreuzfigur auf, die sich an den Extremitäten leicht verjüngt, sodass Mehrlängenzuschläge gegenüber den Nachbarparzellen vermieden werden. Es entsteht ein längsgerichteter Baukörper, der den Strassenraum begleitet und der Gartenseite den nötigen Freiraum lässt. Der «Mittelrisalit» auf der Strassenseite gliedert den Gebäudekörper in drei ungleiche Fassadenabschnitte. So werden trotz der massiven Verdichtung vertraute Gebäudelängen der unmittelbaren Nachbarschaft aufgenommen. Zugunsten einer grösseren Verzahnung ragt der Südflügel etwas weiter in den Grünraum hinein. Das Dachgeschoss ist vom Hauptkörper volumetrisch losgelöst, sodass der Neubau mit drei Vollgeschossen plus Hochparterre in Erscheinung tritt – mit 11.5 m Gebäudehöhe ein massvoller Übergang zur überwiegend zweigeschossigen Nachbarbebauung. Das Typengeschoss ist als Sechsspänner organisiert und bietet vier 4-Zimmer-Wohnungen und zwei Kleinwohnungen Raum. Insgesamt finden 18 Wohnungen und zwei Studios Platz.

Schule Fischbek Falkenberg, Hamburg , 2013, 2.  Preis

Das Gelände der Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg (Standort Fischbek) besticht durch seinen grünen Park mit umfangreichem Busch- und Baumbestand. Der Entwurf stärkt den Park als Herzstück der Schullandschaft. Neue und alte Gebäude fügen sich selbstverständlich zu einem Ensemble, das die Ränder des Standorts definiert und gleichzeitig einen offenen und permeablen Binnenraum schafft. Die vorgefundene Heterogenität wird durch die einheitliche Architektursprache der Neubauten insgesamt beruhigt.

Als zweigeschossige Pavillonbauten ordnen sich die Gebäude dem Park mit seinen Bestandsbäumen unter. Gleichzeitig passen sie sich durch die geringe Höhe harmonisch in das dörfliche Umfeld ein. Auch die Kubatur des Forums fügt sich in Ausbreitung und Höhe gut in die Umgebung ein, indem es sich mit seiner Schmalseite zum Stadtraum öffnet. Diese schafft eine neue, explizite Adresse: Es entsteht ein großzügiger Platz, der als Angebot für den Stadtteil als Quartiersplatz die Eingangssituation klar definiert und so die Schule stärker in ihr soziales Umfeld einbindet.

Seewies, Güttingen , 2013, 2. Preis

Das Bauvolumen ist in sieben kompakte Punkthäuser verteilt, so dass alle Gebäude vom Blick Richtung Bodensee profitieren können. Zwei leicht unterschiedliche Häusertypen, frei auf das Grundstück gesetzt, sorgen für eine entspannte Vielfalt trotz des seriellen Grundgedankens. Privatgärten umschliessen kissenartig die skulptural ausformulierten Häuser mit je 8 – 10 Wohnungen. Dazwischen wird ein System aus Wegen, Plätzen und Gassen freigespielt, das dem gemeinschaftlichen Quartierleben dient. Über ein «Gartenzimmer» in den Ecken der dreiflügeligen Gebäudetypen haben auch die Wohnungen im 1. Obergeschoss einen direkten Gartenanschluss. Es kann entweder als erweiterter Wohnraum oder als autonome Einheit im Sinne eines «Stöcklis» genutzt werden: als unabhängige Gästesuite, für das eigene Start-up Büro oder Nähstudio, für die Grossmutter oder den Teenager. In den oberen Geschossen entstehen über die volumetrischen Rücksprünge grosszügige Terrassenflächen für die Attikawohnungen – mit herrlichen Ausblicken in die Bodenseelandschaft.

Bildungsmeile, Zürich , 2013–2017

Die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) zieht auf das neu gestaltete Toni Areal im Westen der Stadt – die bislang genutzten Flächen zwischen Hauptbahnhof und Limmatplatz werden frei für neue Nutzungen. Mit dem Wegzug bietet sich zudem die Möglichkeit, die heute in diesem Perimeter angesiedelten Berufsfachschulen in Bezug auf deren Betrieb und Fläche zu optimieren.

Wohnen am Hübelweg, Niederlenz , 2013–2014, 1.  Preis

«Das Projekt sucht eine Balance im Spannungsfeld von Dorf und Landschaft. Das unmittelbare Nebeneinander von Dichte und Weite wird deshalb von den Projektverfassern zum übergeordneten Thema gemacht. Bewusst wird eine eher urbane Qualität entwickelt, welche sich an der Körnung der Kernzone orientiert. […] In der Architektur nimmt das Projekt vertraute Bilder dörflicher Bauten auf und versucht damit die markanten Bauvolumen im ländlichen Kontext zu integrieren. Die gestaltete Kulturlandschaft durch Mauern und Terrassen bildet einen betonierten Sockel für die Neubauten. Über diesem werden die Gebäude mit einer traditionellen Lochfassade verputzt. Die bescheidene, aber zugleich charakterstarke Architektur wirkt angemessen und identitätsstiftend.» (Auszug aus dem Jurybericht)

Wohn- und Pflegeheim, Frienisberg , 2013

  • WBW 2013

Der Entwurf basiert auf zwei unterschiedlichen Implementierungen der gleichen typologischen Idee. Im Quartier «Ost» bildet das Haupthaus eine neue klare Adresse an der Bernstrasse, auf der Westseite gruppieren sich drei «Villen» um einen dorfartigen Platz leicht erhöht über dem See. Die Komposition der vier Elemente Kloster, Hauptgebäude, Villen-Cluster und Scheune definiert die neue Mitte des Dorfes um den zentralen Freiraum von Frienisberg. Die Ersatzbauten bilden mit dem historischen Bestand gemeinsam ein Ensemble, das die gewachsene Struktur des Dorfes weiterdenkt ohne mit dem Kloster in Konkurrenz zu treten. Die Verschiebung des Zentrums bedeutet gleichzeitig auch eine Öffnung der bisher introvertierten Anstalt nach aussen.

Eisweiher Areal, Oberwil , 2013

Eine umfassende städtebauliche Gesamtkonzeption für das Areal Eisweiher soll strukturierende und gestalterische Massnahmen aufzeigen, die zur Schaffung eines attraktiven Ortsteils und hochwertigen Lebensraums beitragen. Das Ergebnis soll eine der Aufgabe, dem Ort und der Umgebung entsprechende bauliche Dichte, eine hochwertige und funktionale Erschliessung und attraktive Freiräume darstellen. Dabei stellt sich insbesondere die Frage nach dem baulichen und freiräumlichen Charakter des Eisweiherquartiers als neuem Baustein im Oberwiler Kerngebiet. (Auszug aus dem Wettbewerbsprogramm)

Schütze Areal, Zürich , 2013

Das Schütze-Areal im Kreis 5 liegt nah am Escher-Wyss-Platz und wird trotz seiner Grösse nur von wenigen wahrgenommen. Fahrende bleiben im Sommer, zugleich ist die «Stadtbrache» Freiraum für die Bevölkerung. Zukünftig soll das Schütze-Areal ein zentraler Treffpunkt im Quartier sein, doch dafür muss der Raum neu strukturiert und mit attraktiven Angeboten ergänzt werden. Mit der Konzentration des Gebäudevolumens am östlichen Rand wird eine maximal grosse Parkfläche geschaffen, die sich in die Sequenz der ortstypischen Erholungsräume – wie Josefswiese, Turbinenplatz oder (künftiger) Pfingstweidpark – einreiht. In der geschlossenen Blockrandbebauung ensteht gleichzeitig ein heterogener Quartierhof mit Parklätzen, Anlieferungszone, Werkplatz.

Hotel Park und Seeallee, Heiden , 2012

Der Bauplatz für das neue Hotel in Heiden ist eine sensible Stelle im Ortsbild. Er markiert Anfang und Schlusspunkt der traditionsreichen Kurpromenade, was grundsätzlich einen repräsentativen Bau für eine öffentliche Nutzung rechtfertigt. Unser Entwurf ist aus der Silhouette von Heiden entwickelt, die perspektivische Staffelung einfacher kubischer Gebäudevolumen wird im Projekt aufgenommen. Durch die Gliederung in drei Einzelkörper tritt das Hotel volumetrisch in Beziehung zu seiner Umgebung, vertraute Fassadenproportionen der typischen klassizistischen Biedermeierhäuser werden neu interpretiert. So entsteht ein moderner Bau, der trotzdem von der Geschichte des Ortes erzählt. Es ist ein markantes Haus mit stillem Charakter, das sich gerade durch seine Eigenheiten ganz selbstverständlich und unprätentiös in das Gesamtbild einzufügen vermag.

Letzigraben, Zürich , 2012, 3.  Preis

Die Nachverdichtung von Quartieren bietet die Chance, die Stadt als gestaltetes Raumkontinuum stärker erlebbar zu machen. Der räumliche Dialog städtischer Fragmente lassen die Stadt und das Quartier als Ganzes zum Raum der Identifikation werden.

Die beiden Seiten des Perimeters sind von ganz unterschiedlichen Stadträumen mit jeweils eigenständigen Qualitäten geprägt. Mit der Konzentration des Gebäudevolumens entlang der Baulinie am Letzigraben wird der urbane Charakter des Strassenraums gestärkt, und gleichzeitig der Park Heiligfeld als grünes Zentrum des Quartiers auf die Parzelle erweitert.

Die konkave Auffächerung der Volumetrie zur Parkseite reagiert auf die differenzierte Bebauung Steiners und verstärkt die Hinwendung zum Park. Im Spannungsfeld von offenem und gefasstem Stadtraum sucht das Projekt nicht nur eine Balance zwischen Urbanität und Durchgrünung, sondern auch zwischen Einordnung und eigenständiger Identität.

Boarding School, Glarus , 2012

Das Legler Areal in Diesbach war bis 2001 ein aktiver Standort der Garn- und Tuchproduktion. Die Gebäudegruppe stammt aus den Jahren 1856 (Weberei), 1870 (Spinnerei) und 1919 (Neue Spinnerei). Eine Besonderheit stellt das fabrikeigene Wasserkraftwerk dar, das von Beginn an die energetische Autonomie sicherstellte und auch heute noch in Betrieb ist. Die heutige Eigentümerin beabsichtigt, das Areal in einen zweiten Nutzungszyklus zu übertragen. Dazu wird der Bestand auf seine Eignung als Boarding School durchleuchtet. Die idyllisch abgeschiedene Lage und die Nähe zu verschiedenen Erholungsgebieten (Skigebiet Braunwald, Walensee) bei gleichzeitig guter Anbindung an den Grossraum Zürich (1h ohne Umsteigen ab 2014) stellen dabei wichtige Standortvorteile dar. Drei typologische Grundrisslayouts werden nachgewiesen: A) konventionelle Klassenräume an einem zentralen Korridor, die im Sinne des «Team Teachings» jeweils paarweise zusammengefasst werden können, B) ein Gruppenraumkonzept, wie es derzeit im öffentlichen Schulhausbau beliebt ist und C) ein innovatives Unterrichtskonzept mit offenen, informellen Lernzonen und sogenannten «Break Out Areas». Je nach Bildungskonzept könnte das Internat im Legler Areal etwa 100 – 250 Schüler unterrichtet werden.

WAZ Media Office, Essen , 2012

Die heutigen Gebäudestrukturen der Mediengruppe in Essen bestehen aus einer Aneinanderreihung von Gebäudekomplexen, die in unterschiedlichster Bauweise und Qualität vorhanden sind. Eine über viele Jahrzehnte gelebte Bürostruktur, die wenig Platz für Kommunikation, Offenheit, Flexibilität und Raumveränderungen lässt, ist auch für die kreative Arbeit der Mitarbeiter des Hauses nicht mehr zeitgemäss. Die WAZ-Mediengruppe hat daher entschieden, ihren heutigen Standort an der Friedrichstraße in Essen zu verlagern. […] Mit Hilfe eines Architekturwettbewerbs sucht die WAZ-Mediengruppe nach neuen Gebäudekonzepten, die […] auch bei wirtschaftlichstem Betrieb eine individuelle Arbeitsumgebung ermöglichen. (Auszug aus dem Wettbewerbsprogramm)

Haus Shmerling, Gossau , 2010

Ein Einfamilienhaus im Stil der 1970er Jahre wird saniert, erweitert und in zwei Einheiten geteilt. Im «Ostflügel» entsteht auf Gartenniveau eine Wohnhalle, wobei die ursprüngliche Betonstruktur des Gebäudes sichtbar bleibt. Im Obergeschoss öffnen sich die Südzimmer mit französischen Fenstern auf eine vorgelagert Sonnenterrasse. Der Hausteil im «Westflügel» profitiert von dem überhohen Wohnraum, der sich nach dem Umbau zu zwei privaten Terrassen öffnet. Die bestehende Galerie wird reaktiviert und mit einer Bücherwand über die gesamte Länge als Bibliothek umfunktioniert. Das Gebäude wird somit in ein kubisch-modernes Haus transformiert, ohne die markanten Eigenheiten seiner ursprünglichen Struktur komplett zu verdecken.

Kronenwiese, Zürich , 2010, 9.  Preis

Die drei Seiten des Perimeters sind von ganz unterschiedlichen stadträumlichen Hierarchien geprägt. Das Projekt findet seine spezifische Gestalt im Dialog mit den Bedingungen des Ortes. Das kräftige Gebäude komplettiert den Strassenraum, folgt der Topographie und bildet zur Kreuzung mit der Nordstrasse hin ein neues, selbstbewusstes Gesicht. Gesucht wird die Balance von Eigenständigkeit und Einordnung, von einer neuen Identität des Ortes und der Kontinuität der Stadt. Rückwärtig entsteht eine grosse zusammenhängende Freifläche, geschützt vom Lärm der Kornhausstrasse und mit freiem Blick Richtung Limmat und Uetliberg. Die Dualität dieser beiden unterschiedlichen Seiten wird zum Generator für eine eigenständige Wohnungstypologie mit fliessenden Raumgeometrien und einer ausgedrehten «weichen» Loggiaschicht.

Spinnerei und Zwirner, Windisch , 2010

Das ehemalige Spinnereigebäude in Windisch ist rund 70m lang und 27 m tief. Mit möglichst sparsamen Eingriffen verwandeln wir die einstige Produktionsstätte in Wohnraum, der von den bestehenden Qualitäten profitiert: ein Feld aus filigranen Stahlstützen, gefasst von einem massiv gemauerten Fassadenkörper. Mit Schrankelementen und wenigen Trennwänden wird das weite Feld unterteilt und wohnlich gemacht. Zur körperhaften Gebäudehülle hin lichten sich die Einbauten um einer Enfilade Platz zu machen. Die Treppenräume erschliessen je 4-6 Wohnungen sowie innen liegende Werk- und Abstellräume. Die bestehende Struktur wird freigespielt trägt zur Identitätsbildung dieser besonderen Wohnungen bei.

Storytelling, Basel , Ausstellung 2010

Im professionellen Kontext ist die Entwicklung einer architektonischen Idee mehr und mehr zur Abwägung unterschiedlicher und teils konträrer Zwänge geworden. Zwischen Normen, Gesetzen und Effizienzvorgaben wird die optimale Lösung gesucht. Dieser rational fassbare Optimierungsprozess führt dazu, dass die gebaute Wirklichkeit zunehmend vereinheitlicht wird. Dieser Uniformitätsentwicklung steht ein ureigenes menschliches Bedürfnis entgegen: das Wunsch nach Individualisierung. Denn hinter jeder Vereinheitlichung steckt die Bedrohung des Austauschbaren, des eigenen Verschwindens. Auch in der Architektur beginnt für uns die Kunst dort, wo wir Regelwerke und bekannte Ordnungssysteme verlassen. Als Architekten haben wir die Verantwortung, neben der ingenieurwissenschaftlichen Betrachtung auch nach den immateriellen Bedürfnissen zu forschen, die sich schwierig in Kennzahlen ausdrücken lassen. Wir suchen nach Antworten, die Orten und Gebäuden Identität verleihen, Häuser sollen wieder Geschichten erzählen.

Hohlweg, Rapperswil , 2010

Die Wohnungsgrundrisse organisieren sich um einen zentralen Erschliessungsraum mit natürlich belichtetem Treppenauge. Von hier werden vier bzw. fünf Wohnungen pro Geschoss erschlossen. Trotz der grossen Gebäudetiefe sind fast alle Wohnungen zweiseitig orientiert und profitieren so von den vielseitigen Aus- und Durchblicken in die Tiefe des Aussenraumes. Das Herzstück der Wohnung ist eine grosszügige Halle. Hier werden Gäste begrüsst und die Einkäufe abgestellt, hier steht das Telefon oder ein gemütlicher Sessel zum Schuhe anziehen. Die Halle ist mehr als ein reiner Verteilerraum, sie ist das Zentrum, um das sich sämtliche Zimmer gruppieren. Dies führt dazu, dass beispielsweise eine 3-Zimmer-Wohnung statt einem beengten Korridor quasi ein viertes Zimmer dazu gewinnt. Vielseitige Raum- und Wegbeziehungen und ein innerer Rundlauf verbinden Funktionalität mit gefühlter Grosszügigkeit.

Schwamendinger-Dreieck, Zürich , 2011

Die Modernisierung einer genossenschaftlichen «Gartenstadt» in Zürich Schwamendingen sieht sich angesichts der Globalisierung der Wirtschaft und Individualisierung der Lebensstile mit ganz anderen Aufgaben konfrontiert, als dies in den Anfängen der Gartenstadt vor über 100 Jahren der Fall war. Die Vorstellung einer für die Arbeiterklasse «besseren» Stadt auf der Grünen Wiese wurde schon einige Jahrzehnte später auf einen bodenreformischen Kurs beschränkt. Nicht mehr ein sozialutopisches Gesellschaftsmodell prägt die Siedlungskonzepte, sondern die Beschaffung von erschwinglichem Wohnraum mit Qualitäten wie Licht, Luft, Sonne und viel Grün für alle. Im Gegensatz zu heute wurde Dichte nicht als Qualität sondern als notwendiges Übel angesehen, um erschwinglichen Wohnraum schaffen zu können. In diesen Punkten unterscheiden sich die Gartenstädte in keiner Weise von den Satellitenstädten der ideologischen Widersacher der programmatischen Moderne. Wir schlagen eine bauliche und freiräumliche Struktur vor, die auf wenigen festen Parametern beruht, aber dennoch genügend Spielraum lässt, um strategische Optionen in «unsicheren» Fragen offen zu halten. Im Wesentlichen bestimmen die folgenden Parameter den städtebaulichen Vorschlag:

  1. Städtebau im Massstab der Nachbarschaften. Adäquate Höhenstaffelung und Körnung.
  2. Nachbarschaftscluster als identitätsstiftende, überschaubare soziale Einheiten.
  3. Partizipation und nachhaltige Entwicklung. Geplantes changemanagement.

Industriestrasse, Luzern , 2011

Eine heterogene und brüchige Bebauung im rechtwinkligen Muster bildet die Ausgangslage am Entwicklungsschwerpunkt Industriestrasse. In dieser gewachsenen Struktur sehen wir grosse Qualitäten und damit das Potential für die zukünftige Überbauung: Für das dichte Neben- und Aufeinander von Wohnen und Arbeiten soll die maximal mögliche Durchlässigkeit erhalten bleiben. Nur so werden sich die zukünftigen Nutzer und Bewohner mit dem umliegenden Quartierstrukturen vernetzen. Der Entwurf basiert daher im Wesentlichen auf einer ausgewogenen Balance von Figur und Grund. In der dichten Sockelzone schaffen wir Leerräume, Wege und Plätze. Darüber erhebt sich eine «luftige» Welt zum Wohnen. Die sechs Türme nehmen die vertraute Körnung der umliegenden Bebauung auf. Zwei Grundtypen sind als Drei- respektive Vierspänner konzipiert, in ihnen können zwei- oder gar dreiseitig orientiere Wohnungen mit vielfältigen Sichtbezügen entwickelt werden.

Balberstrasse, Zürich , 2011

Die neuen Gebäude sollen sich in die friedliche und beschauliche Atmosphäre der bestehenden Wohnüberbauung in der Balberstrasse einfügen. Die Gebäudemasse besteht aus drei niedrigen und vier höheren Volumen, die sich dem städtebaulichen Grundmuster anpassen und versuchen, mit der Hanglage optimal umzugehen. Sie sind in ihrer Bauweise mit einem hohen Holzanteil geplant, um den Ansprüchen einer «2000-Watt-Gesellschaft» ökologisch und energetisch nachhaltig gerecht zu werden.

Die markante Dachform und die grosszügigen Loggien binden das Ensemble zusammen. Ein dichtes Wegenetz verbindet auf verschiedenen Privatheits-Stufen die einzelnen Häuser und führt an den genossenschaftlichen Räumen wie dem Gemeinschaftsraum oder den Ateliers vorbei. Die Loggien dienen als Schaltzone zwischen öffentlichem und privatem Raum und werden zum Ort der Begegnung.

Beyond Rational, Zürich , Ausstellung 2010

«Showing objects, projects and ideas from young architects now practicing in Zurich, the exhibition hopes to highlight not only the emerging voices of design but also the thoughts and trajectories that have resulted from contemporary tools and techniques. Liberated from the prosaic constraints of typical construction projects, and the functionalism that often follows technology, the exhibited works chart relationships between technology and design, whether high- or low-tech, whether material or immaterial, to speculate beyond just the rational. Duplex Architekten present material and spatial studies to current architectural projects, the results of a sensibility that embeds architecture within a culture of making.» (Jeannette Kuo, Kuratorin)

East Side, Windisch , 2010

Auf dem Gelände östlich der alten Spinnerei in Windisch sieht der Gestaltungsplan von Atelier WW vier zeilenförmige Baufelder für neue Wohnbauten vor. Wir wagen eine freie Interpretation innerhalb der Regeln des Masterplans und bilden ein eigenes inneres Zentrum aus, einen Quartierhof mit privaten Gärten, der das Spinnereigebäude räumlich miteinbezieht. Die Zeilen werden in sieben klar definierte Einzelkörper geteilt, um lange Gassen zu vermeiden. Ihre streng serielle Grammatik verspricht eine wirtschaftliche Umsetzung. Besondere Aufmerksamkeit erfährt das Attikageschoss: Je vier 4 1/2 Zimmer-Maisonette verschränken sich derart, dass jede Wohnung 3-seitig ausgerichtet ist. Über grosszügige Terrassen treten die Wohnungen mit der Weite des ehemaligen Industrieareals und dem angrenzenden Flussraum in Verbindung.

Gleis Nord, Lenzburg , 2010

Das Projekt Gleis Nord schafft einen neuen heterogenen Lebensraum in Lenzburg, eingebettet in einen attraktiven Grüngürtel. Der Entwurf reagiert auf die städtebauliche Ausgangslage – einerseits die klare Quartierskontur, andererseits die grossmassstäbliche Bebauung – und definiert das Areal nach Norden und Westen mit einer klaren, lesbaren Aussenkante. Es entstehen Plätze und Rückzugsorte, der Grünraum verwebt sich mit dem städtischen Raum und schafft eine hohe Aufenthaltsqualität. Die Wohnbauten sind individuell gestaltet und haben unterschiedliche Typologien: Das Genossenschaftshaus zum Beispiel ist drei- bis fünfspännig erschlossen, die Wohnräume werden mit Loggien in den Park erweitert. Das Seniorenhaus hingegen hat Laubengänge; die Anordnung und Grösse der Zimmer lässt den Bewohnerinnen und Bewohnern die Freiheit, sich mehr oder weniger dem verbindenden Kommunikationsraum auszusetzen. Die Familienwohnungen werden um zumietbare Studios, Kleinwohnungen und genossenschaftliche Nutzungen erweitert. Der öffentliche Parkraum kann von allen Bewohnern gleichermassen genutzt werden. Ausserdem beleben Gemeinschaftsräume, publikumsorientierte Nutzungen, Restaurant, Kindergarten und Waschsalons die Erdgeschosse.

Stadthaus Limmatfeld, Dietikon , 2010

Auf der Grundlage des Masterplans von Hans Kollhoff entstehen auf dem ehemaligen Areal des Maschinenherstellers «Rapid» Wohnungen für etwa 3’000 Menschen. Für eines von elf Baufeldern, den Zypressenhof, entwerfen wir ein Stadthaus innerhalb des 18m tiefen Blockrandes. Wir konzentrieren uns auf eine Lochfassade mit klassischer, dreiteiliger Gliederung. Glatte, glänzende Keramikflächen und ein grobkörniger Waschputz wechseln sich ab. Faltschiebeläden aus ornamental gelaserten Blechen schliessen die Öffnungen der Loggien wie eine dünne Haut, für die Wohnungen entsteht so ein Aussenzimmer mit grosser Intimität. Die Loggien sind zur Küche komplett zu öffnen und bringen die Nachmittagssonne über eine schillernd reflektierende Längswand bis tief ins Gebäudeinnere. Die Grundrisstypologie vereint konventionelle Elemente mit grosszügig geschnittenen, offenen Wohnbereichen.

Mehrgenerationenhaus, Winterthur , 2009

Die städtebauliche Ausgangslage zeigt spannungsvolle Gegensätze: Das Hybrid-Cluster-Regelwerk definiert starke städtebauliche Bezüge, gleichzeitig verlangt die vorgesehene Wohnnutzung durch ihren exemplarischen Charakter nach Eigenständigkeit.

Das Projekt reagiert auf diese Ausgangslage, indem zwei Baukörper einen gemeinsamen Wohnhof aufspannen, der in Grösse und Form mit der Steinberggasse vergleichbar ist. Ohne harten Bruch wird dem öffentlichen Aussenraum ein halböffentlicher Innenraum gegenübergestellt. Die ikonographischen Sheddächer verweisen auf die industrielle Vergangenheit des Ortes, verbinden die beiden Baukörper und schaffen eine starke gemeinsame Identität.

Hochhäuser, Baden , 2009, 4. Preis, Sonderpreis Nachhaltigkeit

Das früher hermetisch abgeschlossene Industrieareal der ABB wird mehr und mehr zum Dienstleistungsquartier der Stadt Baden. Hier sollen, entsprechend einer vorliegenden Gebietsstudie, auf den letzten freien Parzellen neben den SBB-Geleisen zwei Hochhäuser mit Raum für circa 2600 Arbeitsplätze geschaffen werden. Ausserdem sind Ideen für die Gestaltung des Brown-Boveri-Platzes auf dem südlichen Teil des Areals gewünscht. Wir entwerfen eine Dienstleistungsmaschine im eleganten Kleid. Über ein feines Relief der Fassadenhaut wird ein übergeordneter Massstab eingeführt, um der Repetition von Geschossigkeit und 1.35m- Raster entgegenzuwirken. In die Fassade sind geschossweise «Airboxen» integriert, die die Zuluft dezentral aufbereiten und in die Etagen einblasen können. So vermeiden wir flächenintensive Zentralen und Steigzonen. Nach aussen fügen sich die Boxen stimmig in das Fassadenbild und werden zum ornamentalen Paillettenmotiv. Auf den leicht schrägen Dachflächen wird über flächig versetzte Photovoltaikelemente Energie gewonnen.

Up to 35, Athen , 2009

Zugunsten einer grosszügigen bespielbaren Gemeinschaftsfläche werden die eigentlichen Schlafzellen auf die Grundelemente reduziert: Ein Bett, ein Schrank, ein Fenster und eine Tür. Rückzug in die Privatsphäre bleibt auch auf kleiner Fläche gewährleistet, zum Lesen, Reden, Telefonieren und Träumen. Herzstück des Hauses ist ein sechs Meter hoher Lesesaal im Untergeschoss, wo jeder Student einen Platz belegt. Die grosszügige Verglasung im Erdgeschoss ermöglicht konzentriertes Arbeiten bei Tageslicht und bietet gleichzeitig Einblick vom Strassenraum. Eine frei eingestellte Holztreppe führt in die halbprivaten oberen Geschosse. Eine in den Hof eingestellte Loggia erweitert die Vorzone zu den Zimmerbereichen und schafft eine eigene innere Welt.

Schulanlage Looren, Maur , 2008, 3.  Preis

Ein grosses Dach legt sich wie eine Muschel über eine Art Stützmauer. Hinter dieser Mauer sind die dienenden Räume zusammengefasst. Den Zwischenraum von Saal und Rücken nimmt das Foyer ein, das sich zum Vorplatz hin öffnet. Das Dach selber ist als Falttragwerk konzipiert, das sich räumlich im Inneren abzeichnet. Im Modell haben wir das reiche Lichtspiel der fein gebrochenen Dachgeometrie überprüft.

Felsenstieg, Schaffhausen , 2008, 2.  Preis

Anstatt wie ein Zahnarzt die Lücken entlang der Lochstrasse zu füllen, wird das Baufeld mit einer Gebäudegruppe aus vier kongruenten Volumen «überdruckt». Dabei werden vertraute Gebäudelängen der bestehenden Karl-Moser-Häuser aus den 1920er-Jahren aufgenommen, ohne die eigene Zeit zu leugnen. Die freie Geometrie der Volumen ermöglicht eine wirtschaftliche Erschliessung mit einem grosszügigen, zentralen Treppenhaus. Die Zwischenräume spannen einen Freiraum auf, der zwischen weiten Flächen mit Ausblick und intimen, dicht bepflanzten Zonen pendelt.